La Pastourelle – Almauftrieb in der Auvergne – „Dasch ischt da, wo die Leute scho komisch reden“

Um es gleich vorweg zu nehmen, mir ist es nicht aufgefallen, dass hier ein „s“ als „sch“ gesprochen werden soll. Asterixleser wissen natürlich, worauf ich anspiele, allen anderen sei die Lektüre von „Asterix und der Avernerschild“ ans Herz gelegt.

La Pastourelle ist eine große Sportveranstaltung am gleichen Wochenende, an dem auch der Almauftrieb in Salers stattfindet. Aber eins nach dem anderen.

Eines der schönsten Dörfer Frankreichs

Zunächst Salers: Wir sind wieder in einem der schönsten Dörfer Frankreichs (als Erklärung dazu, siehe meinen Beitrag vom 26. März über die 100 Kilometer von Belvès). Der Ort ist geprägt vom dunklen Vulkangestein, aus dem hier in der ganzen Gegend früher die Häuser gebaut wurden.

Salers - Tour de l'Horloge

Salers – Der Uhrturm – Der Schnee kann sich im Cantal lange halten (Aufnahme Ende März)

Das Salersrind

Salers steht aber auch für eine prächtige Rinderrasse, die schon allein durch ihre großen Hörner Respekt einflößen, vor allem wenn dich dein Weg über die Almwiesen an den Tieren ganz nah vorbeiführt. Die Kühe geben die Milch für den bekannten Salers-Käse, der nur im Sommer produziert wird, wenn die Tiere die aromatischen Almkräuter fressen, die dem Hartkäse den unverwechselbar kräftigen Geschmack geben.

La Pastourelle

Zum Sport: La Pastourelle steht für einen Naturtrail über 32 Kilometer, einem 10 Kilometerlauf, der nur weiblichen Teilnehmern vorbehalten ist, aber auch Mountainbiken (französisch VTT = vélo tout terrain) und Wandern sind am Samstag, dem 25. Mai 2013 auf dem reichhaltigen Programm.

Der Streckenverlauf

Der Lauf geht von Salers, das in etwa 950 Meereshöhe liegt, in einem Stück hinauf auf die kahlen, rauen Berggipfel des Cantal, wobei bei etwa 1645 Metern der höchste Punkt erreicht wird. Der an einem Stück gelaufene Höhenunterschied hat hier also durchaus alpine Dimensionen. Auch das raue Klima der Region sollte man keinesfalls unterschätzen und die gleichen Vorsichtsmaßnahmen treffen, wie in den Alpen. Das gilt auch für Wanderungen: Denn das Wetter kann schnell umschlagen und auf den kahlen Hochflächen fehlt bei Nebel oder wenn man die Wolken kommt, jegliche Orientierung!

Technisch bereitet die Strecke weiter keine Schwierigkeiten, wenngleich auch ständige Aufmerksamkeit gefordert ist und der Blick wegen Steinen, Wurzeln, Löchern Pfützen und sonstigem leider nicht immer auf das einzigartige Panorama fallen kann. Nach 18 Kilometern ist man denn auch oben und über Singletrails geht es eine Weile auf den Bergkämmen entlang, bevor es dann über 11,5 Kilometer auf 745 Meter hinunter geht. Den erschöpften Läufer erwarten dann 2,5 Kilometer steiler Anstieg zurück nach Salers.

Fantastische Landschaft

Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit, gehört der Lauf sicher zu den schönsten Landschaftsläufen, die Frankreich zu bieten hat. Die karge, raue Vulkanlandschaft mit den endlosen Almwiesen hat ihren ganz besonderen Reiz, den man in dieser Form in Europa nicht wiederfindet. Leider muss man sich auch hier immer früher anmelden, um noch einen Startplatz zu ergattern.

Da ich leider beim Laufen keine Fotos gemacht habe (selbst gelaufen 2008 in 3:59 Stunden), hier der Link zu der Veranstaltungsseite: http://www.lapastourelle.net. Hier finden sich wiederum Links zu Fotoseiten verschiedener Teilnehmer.

Großes Programm am ganzen Wochenende

Am Vorabend und am Abend nach dem Lauf gibt es jeweils im Festzelt ein großes Unterhaltungsprogramm. Der Sonntag ist dann ganz den Rindviechern gewidmet. Der festliche Almauftrieb auf die Almen des Puy Violent löst dann das sportliche Spektakel vom Vortag ab und die Almwiesen gehören dann den Sommer über wieder ganz den Kühen.

Spezialität der Region: Die Truffade

Neben dem erwähnten Salers-Käse gibt es als regionale Spezialitäten auch noch Salers in flüssiger Form, diesmal ist damit ein Enzianschnaps gemeint, der aus den Pflanzen des gelben Enzian gewonnen wird, dem man überall hier in den Bergen begegnet. Ein anderes Gericht, oft in Form einer Beilage, ist die Truffade. Es handelt sich dabei nicht, wie man denken könnte, um ein kostbares Trüffelgericht, denn Trüffel sind in der Truffade so viel wie Käse in einem Leberkäse – nämlich gar keine.

Die Zutaten

Die Truffade besteht im Wesentlichen aus Kartoffeln und Käse (Tomme fraîche du Cantal, ein ganz junger, noch weißer Käse). Weitere Zutaten sind Knoblauch, Speck, Petersilie, Salz und Pfeffer. Das ganze gibt dann eine kalorienreiche Beilage oder Hauptmahlzeit. Zusammen mit einer dicken Scheibe gekochten Schinkens oder noch besser zusammen mit einem Entre-Côte natürlich vom heimischen Salersrind, ist die Truffade eine gute Sache, um die vielen verlorenen Kalorien vom Laufen wieder hereinzuholen! Bon appetit!

Alle Infos

http://www.lapastourelle.net. Auch ein Rezept für die Truffade findet sich auf der Seite!

Letzte Info: Aufgrund des schlechten Wetters mit Schnee in den Höhenlagen wurde 2013 eine Änderung der Strecke vorgenommen; die Passage der Singletrails am Puy Violent war nicht möglich, ein paar weniger Höhenmeter also und nur 28 Kilometer. Ich wünsche den Veranstaltern besseres Wetter im Jahr 2014!

 

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Course du Viaduc de Millau 2014 – Laufen zwischen Himmel, Erde – und … Roquefort!

Am 18.Mai 2014 wird der Lauf über die höchste Brücke Europas wieder stattfinden! Anlass ist der 10-jährige Geburtstag – die Brücke wurde im Jahr 2004 für den Verkehr freigegeben. Bislang wurde diese Veranstaltung erst zweimal durchgeführt, mit der Premiere 2007 und einer zweiten Ausgabe 2012. Ob und wann der Lauf nach 2014 wieder durchgeführt wird, ist noch völlig offen und hängt maßgeblich vom Betreiber, dem Bauunternehmen Eiffage, ab. Also besser, für 2014 fest einplanen!

Course du Viaduc de Millau

Course du Viaduc de Millau -südliche Atmosphäre in der Stadt, viele Läufer genießen sie schon lange vor dem Start

Einschreibungen heute eröffnet (18. Mai 2013)

Ab heute sind also Einschreibungen für den Lauf möglich – die Teilnehmerzahl wurde auf 15.000 begrenzt. Um „Early Birds“ zu belohnen, ist die Teilnahmegebühr nach Anmeldezahl gestaffelt. Sie liegt zwischen 28 und 46 Euro, für Gruppen gelten eigene Tarife. Die Gebühr, die Brücke zu überqueren liegt also über der sonst fälligen Maut (8,90 € pro einfache Strecke), dafür ist das „Brückenerlebnis“ ungleich intensiver! Ich gehe davon aus, das die 15.000 Teilnehmer spätestens im Herbst 2013 erreicht sein werden.

Course du Viaduc de Millau

Course du Viaduc de Millau – eine lange Läuferschlange drängt sich vor der Startlinie, die noch in weiter Ferne liegt

Die Strecke

Start ist in der Stadt Millau im Tal des Tarn (Department Aveyron, der mit der Nummer 12).

Course du Viaduc de Millau

Course du Viaduc de Millau – Kurz vor dem Start in Millau

Dann geht es 6 Kilometer mit wenigen Höhenmetern am Fluss entlang, bevor es auf den nächsten zwei Kilometern etwa 200 Höhenmeter auf einem Versorgungsweg der Brücke auf diese hinaufgeht.

Course du Viaduc de Millau

Brückenpfeiler – Viaduc de Millau – gleich ist es mit dem gemütlichen Laufen vorbei – auffi muas i

Course du Viaduc de Millau

Course du Viaduc de Millau – die Masse der Läufer drängt noch auf die Brücke, für die ersten geht es schon wieder hinab ins Tal

Allerdings ist die Brücke selbst auch nicht eben, mit einer Steigung von 3 Prozent geht es zum südlichen Ende, bevor der Wendepunkt hinter der Brücke erreicht ist.

Course du Viaduc de Millau

Course du Viaduc de Millau – doppeltes Brückenerlebnis – es geht Hin und Zurück

Jetzt wieder bergab, hinter der Brücke nochmal kurz bergan und ab Kilometer 18 dann steil nach Millau hinunter, das nach 23,7 Kilometern wieder erreicht ist.

Die Brücke

Freunde der Ingenieursbaukunst kennen sie natürlich schon lange. Geplant von Sir Norman Foster, wurde die Brücke in drei Jahren von 2001 bis 2004 fertiggestellt (nicht schlecht für so ein gigantisches Projekt, nicht wahr liebe Freunde der Oper aus Hamburg oder Flugfans aus Berlin?).

Mit knapp 2,5 Kilometern und 343 Metern Gesamthöhe ist der Anblick der Konstruktion wirklich beeindruckend. Alle Fakten bis hin zu den verbauten Kubikmetern Beton findet ihr auf der Seite http://www.leviaducdemillau.com.

Ich war auch da!

Selbst gelaufen bei der Erstveranstaltung 2007 in 2 Stunden 47 als rasender Reporter mit Rucksack und Spiegelreflexkamera im Gepäck.

Fazit: Unbedingt zu empfehlen! Tipp: Wer in Millau oder in der Umgebung übernachten möchte, sollte frühzeitig reservieren, das Kontingent ist recht begrenzt.

Alles Käse!

Unweit der Brücke liegt übrigens der kleine Ort Roquefort – Käseliebhabern natürlich ein Begriff. Die wenigen Hersteller bieten interessante Besuche an, bei der man die Käseproduktion kennenlernen und natürlich auch Roquefortkäse verkosten kann, zum Beispiel die Käserei Papillon: http://www.roquefort-papillon.com

Roquefort Papillon

Plakat vor der Käserei Papillon

Zurück zum Kalorienverbauchen: Infos zum Lauf: http://www.course-eiffage-viaducdemillau.org

Achtung Wortspiel: Les Boucles d’Aureil

Sehr praktisch: heute Morgen muss ich nur 3 Kilometer in die Nachbargemeinde fahren und schon bin ich am Start.

OK, als umweltbewusster Bürger hätte ich die Distanz auch für ein Warm-Up nutzen können, aber ich bin noch nicht angemeldet und außerdem reichen mir die 21,6 Kilometer auch, die in Aureil auf dem Programm stehen.

Les boucles d'Aureil

Les Boucles d’Aureil – kurz vor dem Start am Kirchplatz

Der Lauf hat jetzt auch schon wieder 26 Jahre auf dem Buckel. Es wurden in der Vergangenheit immer zwei Distanzen angeboten (11,4 km und 22,8 km), wobei bei der längeren Strecke jeweils eine zweite identische Runde gelaufen wurde. Dieses Jahr wurde eine neue Streckenführung ausgearbeitet, die Distanzen leicht verkürzt (10,8 km und 21,6 km). Prompt hatte sich während des Laufes ein Streckenposten geirrt und uns alle (Teilnehmer an den 21,6 km) an einer Abzweigung  in die falsche Richtung gelotst und so mussten wir die kleine erste Runde von etwa 5 Kilometern zweimal laufen. Allerdings wurde später an anderer Stelle wieder verkürzt, so dass die Strecke dann doch ungefähr die ursprünglich vorgesehene Distanz hatte.

Die Boucles d’Aureil sind ein reiner Naturlauf, der auf den Wanderwegen der Gemeinde durchgeführt wird. So sind uns heute Morgen bei angenehmen Lauf- und Wanderwetter auch zahlreiche Wanderer begegnet.

Start ist am kleinen Kirchplatz in Aureil (800 Einwohner), bei dem auch ein historischer „Pigeonnier“, also ein Taubenhaus zu finden ist.

Pigeonnier d'Aureil

Das Taubenhaus von Aureil hätte eine Generalsanierung dringend notwendig

Selbst gelaufen 2010 (2:04, 22,8 Km), 2011 (1:55, 22,8 Km) und 2013 (2:12, 21,6 km).

Auflösung des Wortspiels

Der Lauf „Les Boucles d’Aureil“ heißt natürlich so, weil die Aussprache identisch ist mit „les boucles d’oreilles“, also den Ohrringen.

Trail des Puys et Grands Monts – Auf und Ab in den Monts d’Ambazac mit kleinem Exkurs zum Uranabbau

Nach unserem kleinen Ausflug nach Spanien, heute wieder ein Lauf im Limousin, genauer gesagt in dem Mittelgebirge von Ambazac.

Zum achten Mal wird dieser kleine, aber sehr sympathische Trail in Bersac-sur-Rivalier durchgeführt. Drei Distanzen stehen zur Auswahl: 10, 20 und 32 Kilometer. Und nachdem der Name nicht von ungefähr kommt (Puy heißt Bergkuppe und Grands Monts große Berge), gibt es noch ein paar Höhenmeter als Zugabe: 300 Meter für den Zehner, 770 Meter für den Zwanziger und stolze 1700 positive Höhenmeter für die Distanz über 32 Kilometer.

Bersac-sur-Rivalier, Trail des Puy et Grands Monts

Bersac-sur-Rivalier, Trail des Puy et Grands Monts – Die 32 Kilometer wollte ich mir heute nicht antun, hier das Profil (1700 positive Höhenmeter)

Die Region ist sehr stark bewaldet, von der ehemaligen Bergwerkstätigkeit ist glücklicherweise nicht mehr viel zu sehen, es sei denn für das geschulte Auge. Dazu muss man wissen, dass die Berge um Ambazac nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 90er Jahre das bedeutendste Zentrum für den Uranabbau in Frankreich waren. Die Rohstoffe für die Atommeiler müssen ja irgendwo her kommen. Die Uranerze wurden hier sowohl im Tagebau, als auch in unterirdischen Minen abgebaut (siehe unten). Heute kommen die Erze längst aus dem weit entfernten Niger oder aus Kanada. Auf den Stromrechnungen der EDF (Electricité de France) ist übrigens immer ausgewiesen, wie der Strom produziert wird: Auf unserer letzten Rechnung wurde die Herkunft wie folgt aufgeschlüsselt: 84,7 % Atomenergie, 8,3 % erneuerbare Energien (davon 4,6 % Wasserkraft), 2,7 % Kohle, 2,7 % Gas, 1,2 % Erdöl und 0,4 % Andere (was das wohl ist?).

Und los geht’s!

Sonntag früh um 9 Uhr (28. April) ist der Start für alle drei Läufe. Um den Läufern etwas Abwechslung zu bescheren, haben die Organisatoren die Laufrichtung diesmal kurzerhand umgedreht, so dass es diesmal in entgegengesetzter Richtung über den Parcours geht.

Bersac-sur-Rivalier, Trail des Puy et Grands Monts, Start

Bersac-sur-Rivalier, Trail des Puy et Grands Monts – kurz vor dem Start gibt es ein kurzes Briefing zum Lauf

Das Motto der Veranstaltung lautet: „Après chaque montée il ya une descente … et inversement“ oder „Nach jedem Anstieg geht es wieder bergab…und umgekehrt“. Anders ausgedrückt, wechseln sich heute Morgen Gehen und Laufen ab, da an den steilen Anstiegen, zumindest für mich, an Laufen nicht zu denken ist. Im französischen hat man hierfür den Begriff „Randocourse“. So habe ich heute auch zusammen mit meinem Freund Marc, etwa zwei ein halb Stunden für die 20 Kilometer eingeplant.

Bei den 10 und 20 Kilometern sind ein beziehungsweise drei Verpflegungspunkte eingebaut, bei den 32 Kilometern auch nicht mehr als diese drei, deswegen wird die Mitnahme von Eigenverpflegung für diesen Lauf dringend angeraten. Insgesamt ist die Teilnehmerzahl auf 300 Läufer beschränkt, was der Veranstaltung einen sehr familiären Charakter gibt. Unterstrichen wird das noch durch ein Essen, das nach dem Lauf organisiert wird und für das sich jeder Teilnehmer im Voraus anmelden kann (Unkostenbeitrag 10 €). Start und Ziel sind im Feriendorf von Bersac-sur-Rivalier, dass um diese Jahreszeit natürlich noch kaum belegt ist, zumal auch bei den doch sehr frischen Temperaturen: Nach Nachtfrost gab es 2 °C zum Start und bei schönstem Sonnenschein ist es dann bis Mittag auf immerhin 7 °C geklettert.

Ideales Laufwetter

Ideales Laufwetter also heute Morgen, viele Läufer wollen sich kurzfristig noch anmelden und so wird der Start um eine Viertelstunde nach Hinten verschoben. Wenige kleine Straßen, meist Feld-,Wald- und Wanderwege und auch weglose Passagen wechseln sich in der Folge ab, in den 20 Kilometern sind neben vielen kleinen zwei große Anstiege enthalten, einer davon weglos durch einen lichten Eichenwald. Uff! Geschafft. Die Gamaschen leisten wieder gute Dienste, Schlamm und Wasser gibt es hier immer; auf Getränke habe ich diesmal verzichtet, es gibt ja drei Verpflegungsstellen. Insgesamt ein schöner Trainingslauf heute Morgen und nach 2 Stunden 25 ist das Ziel auch wieder erreicht.

Selbst gelaufen 2008 (26 km, 2:59), 2009 (27 km, 2:52), 2010 (27 km, 2:50), 2011 (20 km, 2:22) und 2013 (20 km, 2:25). Ja, ich komme gerne hierher, denn der Lauf ist bestens organisiert und die Landschaft ist wirklich schön, wenngleich man über die Landschaftsgeschichte hier schon Bescheid wissen sollte! Doch dazu jetzt:

Limousin und Uranabbau – ein kleiner Exkurs

Der Lauf geht an einem idyllischen kleinen See vorbei, der heute durch einen Verein für Sportfischerei (Fliegenfischen) unterhalten wird. Ohne Vorbehalt würde ich ihn in die TOP10 der schönsten Orte im Limousin aufnehmen.

Mine du Puy de l'Âge, Limousin

L’Etang du Puy de l’Âge – der kleine idyllische See bei Bersac hat eine ganz und gar nicht idyllische Geschichte

Man sieht es dem See heute nicht mehr an, aber an dieser Stelle wurden in der ehemaligen Mine „Puy de l’Age“ zwischen 1977 und 1993 über 421 Tonnen Uran abgebaut. Der Standort bestand aus zwei Tagebauen sowie einem unterirdischen Abbau. Die Abraumhalden wurden abgedeckt, heute sind Wälder und Wiesen darüber, ein Teil wurde geflutet und bildet den heutigen Etang du Puy de l‘Age.

So wie hier wurde in Frankreich insgesamt an etwa 200 Orten in 25 Departments Uran abgebaut. Insgesamt sollen 70000 Tonnen Uran in den Jahren 1946 bis 2001 abgebaut worden sein (Quelle: CRIIRAD). Neben dem Limousin, waren die wichtigsten Aufschlüsse im Forez, der Vendée, der Lozère und dem Herault. Die heutigen Nachwirkungen der Tagebaue und Untertageabbaue werden naturgemäß sehr unterschiedlich bewertet, je nachdem, ob die Zahlen von COGEMA/AREVA oder zum Beispiel von CRIIRAD (Commission de Recherche de d’Informations Indépendentes sur la Radioactivité) veröffentlicht werden.

Wer also zum Beispiel in den Monts d’Ambazac ein Haus kaufen möchte, dem seien ausführliche Nachforschungen im Vorfeld, sowie geologische Untersuchungen, vor allem auf Radon, dringend empfohlen!

Ein paar mehr Eindrücke vom Lauf in Bildern vom Veranstalter: http://bersacaltitude610.fr/?page=accueil