UTMB bekommt Nachwuchs: OCC

Für alle Trailfreunde, die sich bislang die Ultradistanzen beim UTMB nicht zugetraut haben, hat der Veranstalter für 2014 einen neuen Kurs angekündigt.

Der OCC (Orsières-Champex-Chamonix) startet auf Schweizer Boden im Ort Orsières (an der Straße zum Großen St. Bernhard) und folgt dann ab Champeix denselben Wegen, wie der CCC und der UTMB mit Zielort Chamonix.

Die Laufstrecke wird 50 Kilometer bei 3100 Höhenmetern betragen. Qualifikationspunkte sind für diese Herausforderung nicht notwendig. Finisher erhalten einen Qualipunkt.

Der Lauf siedelt sich damit zwischen dem Marathon de Montblanc und dem „Mont-Blanc 80 km“ an (beide Ende Juni 2014), bleibt aber deutlich unter den Distanzen der anderen Wettbewerbe des UTMB (ab 98 Km).

Alle Infos, auch in deutscher Sprache : http://www.ultratrailmb.com/page/217/OCC.html

Place du Triangle de l'Amitié (CHX)

Ziel aller Läufe des UTMB – Der „Platz des Dreiecks der Freundschaft“ in Chamonix

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50 oder 100 Kilometer an der Küste der Schönheit (Côte de Beauté)

50 oder 100 Kilometer an der Küste der Schönheit (Côte de Beauté)

Immer am Meer entlang

Wer gerne am Meer entlang läuft, dabei den Wellen zuhört, den Salzgeruch in der Luft mag und dabei auch noch dem Auge etwas gönnen möchte – der ist an der „Côte de Beauté“, also der Küste der Schönheit, bestens aufgehoben.

Etwas Kondition sollte man allerdings auch mitbringen, wenn man dies am 19. Oktober 2013 in Royan tun möchte, denn die beiden Strecken zur Wahl sind 50 und 100 Kilometer.

Der kleine, aber feine Lauf wird alle zwei Jahre in den ungeraden Jahren organisiert. Wer jetzt denkt, dass sich der Organisator in den geraden Jahren auf die faule Haut legt, irrt sich gewaltig. Dann wird in Royan zum gleichen Zeitpunkt Mitte Oktober ein 24 bzw. 48-Stundenlauf ausgetragen. Allerdings bekommt man dann von der schönen Küstenlandschaft nichts mit, da dieser Parcours ausschließlich im Stadion verläuft und um dieses herumführt.

Royan – eines der großen französischen Seebäder

Die Stadt Royan liegt in Südwestfrankreich an der Mündung der Gironde im Department Charente-Maritime etwa 100 Kilometer nördlich von Bordeaux. Die Schönheit des alten Badeortes lässt sich nur noch an den nördlichen Buchten im Stadtgebiet erahnen, an denen ein Hauch von Belle Epoque weht. Der Großteil der Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg komplett neu aufgebaut. Die von deutschen Truppen besetzte Stadt wurde nämlich durch einen britischen Luftangriff im Jahr 1945 völlig zerstört. Doch zurück zum Sport.

Pendelkurs am Meer

Start und Ziel des Laufes sind im städtischen Stadion, dann geht es auf kürzestem Weg zum Strand. Der 100 Kilometerlauf macht einen Bogen nach Süden bis St. Georges de Didonne, bevor es wieder zurück und weiter nach Norden geht, durch das Stadtgebiet mit seinen kleinen Badbuchten und am Casino vorbei (nein, hier kein Supermarkt dieses Namens, sondern ein richtiges Spielkasino). Durch die Nachbargemeinde Saint Palais geht es dann immer am Meer entlang an den typischen, auf Stelzen gebauten Fischerhütten vorbei in Richtung Phare de la Courbe (Leuchtturm) und weiter auf einem Radweg an der Côte Sauvage entlang bis zum Badeort Ronce-les-Bains. Hier ist der Wendepunkt, auf gleicher Strecke geht es wieder zurück. Die 50er Variante verzichtet auf den Abstecher nach Süden und hat ihren Wendepunkt schon ein Stück weit vor dem Leuchtturm de la Courbe.

Saint Palais sur Mer - Carrelets

Carrelets – die typischen Fischerhütten auf Stelzen bei St. Palais-sur-Mer

Saint Palais sur Mer - Carrelets

Carrelets – Fischen ohne nass zu werden

Saint Palais sur Mer - Carrelets

Carrelets – Ganz ähnliche Konstruktionen findet man übrigens auch in Italien wieder – an der Trabocchi-Küste südlich von Pescara

Einen guten Eindruck von der Strecke vermitteln die vielen Fotos auf der Seite des Veranstalters. Was sie allerdings verheimlichen, sind die vielen Anstiege, die es gerade im Stadtgebiet von Royan gibt. Ebenfalls welliger als vielleicht gedacht sind dann die Dünen zwischen St. Palais und dem Phare de la Courbe, in denen es auch ständig auf und ab geht. Auch eine kurze Passage (300 m) über den Strand unterbricht den Rhythmus. Die Strecke ist also kaum bestzeitenfähig, dafür entschädigen aber die vielen Ausblicke aufs Meer.

Streckenverlauf überwiegend auf Asphalt (Rad- und Fußwege), eine Strandpassage (300 m), kurze Abschnitte über ungeteerte Wege.

Phare de la Courbe

Leuchtturm (Phare) de la Courbe – auch die Aussicht von oben lohnt sich bei klarem Wetter

Bei schönem Wetter ist mit einem hohen Aufkommen an Ausflüglern auf den Wegen zu rechnen, was sich aber auf die Passagen im Stadtgebiet, um Parkplätze oder Ausflugsgaststätten beschränkt.

Côte Sauvage

Die Côte Sauvage, beliebt bei FKK-Fans. In diesem Abschnitt folgt der Lauf allerdings einem Fahrradweg etwas landeinwärts.

Praktische Infos

Die Anmeldung ist bis zum 13. Oktober möglich, also auch für Kurzentschlossene ist der Lauf geeignet. Für Einsteiger ist der Lauf ebenfalls eine gute Wahl, mit 15 Stunden ist der Zeitrahmen (100 Km) großzügig bemessen, das gilt ebenso für die 50 Kilometer, die auch Wanderern offensteht. Fahrradbegleitung ist möglich (1 Fahrrad pro Läufer). Der Startschuss fällt um 6 Uhr (100 km) bzw. 8.30 Uhr.

Selbst gelaufen 2009 (50 Km in 4:44) und 2011 (50 Km in 4:38).

Alle Infos: http://100km.iroyan.com/

Ausflugstipps ganz in der Nähe

Einen ganz anderen Eindruck von der Landschaft bekommt man an der landeinwärts gelegenen Seite der Arvert-Halbinsel, dem Binnenmeer entlang des Flusses Seudre. Hier lohnt ein Abstecher in den quirligen Fischerort La Tremblade oder in eins der schönsten Dörfer Frankreichs, Mornac-sur-Seudre. Im winzigen Hafen von Chatressac kann man Austern, Miesmuscheln und anderes Schalentier verkosten (La Cabane, Port de Chatressac; für Austernkenner: Wir sind hier im südlichen Bereich der Austernzuchten des Gebietes Marennes-Oléron).

Mornac-sur-Seudre

Im Hochsommer wird man die Gassen von Mornac-sur-Seudre nicht so leer vorfinden

Technikfans sei noch ein Ausflug nach Rochefort empfohlen. Dort gibt es die letzte Schwebefähre, die in Frankreich noch steht und in Betrieb ist. Mittels einer an Stahlseilen hängenden Plattform gelangt man über den Fluss Charente. Der sogenannte Pont Transbordeur ist heute allerdings Fußgängern und Radfahrern vorenthalten. Eine Fahrt in der historischen Konstruktion sollte man sich nicht entgehen lassen! (April bis November) http://www.pont-transbordeur.fr/

Pont Transbordeur Rochefort

Schwebefähre in Rochefort

Auf dem Weg dorthin kann man einen Abstecher nach Broue machen. In der heute verlandeten Meeresbucht trifft man im Sommer viele Störche und andere Tiere, die sich in dem Feuchtgebiet wohlfühlen. Am Tour de Broue (donjon) gibt es kleines Infozentrum und man hat einen guten Ausblick über den ehemalige Golfe de Saintonge.

Trails du Sancy – Bergläufe in der Auvergne

Wer an Bergläufe in Frankreich denkt, der wird natürlich in erster Linie an die französischen Alpen denken. Aber auch in anderen Regionen werden Freunde der Berge fündig, das gilt zum einen für die Pyrenäen und zum anderen auch für das Zentralmassiv, das mit dem Mont Sancy immerhin auch eine beachtliche Höhe von 1887 Metern erreicht.

Unterhalb des Mont Sancy liegt das Städtchen Mont-Dore, in dem die heute vorgestellten Trails stattfinden und zwar Anfang September, in diesem Jahr am Wochenende des 7./8. September.

Besse Marché

Überall zu haben: Wurst und Käse aus der Auvergne – der bekannte Saint Nectaire kommt hier her

Mont-Dore

Mont-Dore selbst ist sicher keine Reise wert, der düstere Erholungs- und Heilbadeort im Herzen der Auvergne hat schon bessere Zeiten gesehen, aber die umliegende Vulkanlandschaft gehört sicher zu den eindrucksvollsten Berglandschaften Frankreichs.

Der Veranstalter des Laufes bietet 3 Strecken zur Wahl: 18, 34 und 60 Kilometer. Der kurze Trail bringt es immerhin schon auf 1090 Höhenmeter, der 34er auf stattliche 2400 positive Höhenmeter (zum Vergleich: das sind immerhin so viele wie beim Marathon von Chamonix) und bei der Königsdistanz muss man sich auf 3350 Höhenmeter gefasst machen. Dafür wird man auch mit zwei Qualipunkten für den UTMB belohnt.

Herrliches Bergpanorama…

Und jetzt einige Details zur Strecke: Nach dem Start in Mont-Dore geht es zunächst durch bewaldetes Gelände bis man recht schnell die unbewaldeten Wiesen und Weideflächen der Höhenlagen erreicht. Bei schönem Wetter bedeutet dies ein fantastisches Panorama über die ganze Region, an vielen Stellen geht der Weg auf den Bergkämmen und -graten entlang und bietet immer wieder spektakuläre Aussichten. Hier am Mont Sancy sind übrigens viele Tiere und Pflanzen zu Hause, die wir aus den Alpen kennen, man kann Gämsen und Murmeltiere sehen und auf den Wiesen wächst gelber Enzian, dessen Wurzeln zu „Gentiane“ destilliert werden.

Lac de Guéry

Lac de Guéry auf 1200 Metern vor weiten Wiesenflächen – hier eine Aufnahme Anfang April

Mont Sancy

Die weiten Hochflächen am Mont Sancy (Aufnahme Anfang April)

… oder Irren im Nebel

Das Bild ändert sich allerdings bei weniger komfortablem Wetter: Bei meiner Teilnahme 2008 peitschten Windböen von 80-90 Kilometern den Regen über die Bergkämme, so dass es schon schwierig war, aufrecht zu stehen, geschweige denn zu laufen. Aus den Regentropfen wurden kleine Projektile. Die Orientierungsmöglichkeiten auf den weiten Wiesenflächen in den Wolken gehen bei solch einem Wetter gegen Null, so dass der Vordermann eine willkommene „Markierung“ darstellt. Die Temperatur betrug 2008 oben dann auch nur 4°C (Anfang September!), Handschuhe und Fleecemütze hatte ich zum Glück im Gepäck. Für morgen, Sonntag den 8. September 2013 ist auch wieder Regen und tiefe Wolken angesagt, bei Temperaturen um 10-13 Grad, also wieder nix mit schönem Bergpanorama.

La dent de la rancune

Der markante Felsen „Dent de la Rancune“ im Naturschutzgebiet Vallée de Chaudefour – hier geht der Trail einmal rundrum

2008 hatte der Veranstalter denn auch ein Einsehen und kürzte die Laufdistanzen entsprechend ab. Da man sich auf den Bergketten um den Ort Mont-Dore bewegt, ist das an diesem Veranstaltungsort gut möglich. Meine Zeit von 4 Stunden 40 Minuten für etwa 25 Kilometer mag einen Eindruck der damaligen Verhältnisse wiedergeben. Nein, auch ich bin sonst nicht ganz so langsam!

Weitere Infos: www.xttr63.com, dann auf die Seite Trail gehen. Dort gibt es auch viele Fotos der vergangenen Ausgaben.

Derselbe Veranstalter organisiert auch noch einen Wintertrail im Januar, mehr dazu ein anderes Mal.

Mont-Dore ist übrigens im Winter auch ein kleines Skigebiet, das ich für Tagesausflüge nutze. Von Deutschland kann ich die weite Anreise allerdings nicht empfehlen. Die Pisten sind gut, aber die Lifte sind doch sehr in Jahre gekommen, in den Alpen sieht man solche historische Anlagen kaum noch.

Mont Sancy

Die Bergstation der Seilbahn am Mont Sancy (Aufnahme Anfang April)

Mont Dore

Skigebiet am Mont-Dore (Aufnahme Januar 2013)