Sightseeing in Limoges – Les foulées du Populaire

Sightseeing in Limoges – Les foulées du Populaire

2015 – ein Jahr mit vielen Premieren

Das Jahr 2015 scheint für Neuversanstaltungen sehr fruchtbar zu sein. Neben dem ersten Bordeaux-Marathon fanden ebenfalls am vergangenen Wochenende die ersten „Foulées du Populaire“ in Limoges statt.

Dank des Hauptsponsors, der örtlichen Tageszeitung und mit entsprechendem Werbeaufwand, konnten über 2000 Hobbyläufer mobilisiert werden, die Straßen von Limoges für eine 5 Km und eine 10 Km Strecke zu bevölkern.

Die Foulees du Populaire - Start und Ziel auf dem Champs de Juillet mit dem berühmten Bahnhof im Hintergrund

Die Foulees du Populaire – Start und Ziel auf dem Champs de Juillet mit dem berühmten Bahnhof im Hintergrund

Mitten durch die Stadt

Seinen Reiz bekommt der Lauf dadurch, dass er seit den 80er Jahren der erste Lauf ist, der an den Hauptsehenswürdigkeiten von Limoges vorbeiführt und mitten durch die beiden historischen Stadtkerne verlief. Damals gab es in Limoges noch einen Lauf der Gendarmerie, der sich mittlerweile allerdings zu einem großen Trailerereignis in den Monts d’Ambazac weiterentwickelt hat, dem mittlerweile auch in Deutschland bekannten Lauf der „Gendarmes et les Voleurs du Temps“ (jedes Jahr am Pfingstwochenende).

Sightseeing

Touristische Highlights an diesem Sonntag waren der Gare des Bénédictins, der als einer der schönsten Bahnhöfe Europas gilt. Der markante Turm und die große Kuppel mit 26 Metern Durchmesser sind Kennzeichen dieses im Jugendstil errichteten Bauwerkes, das durch zahlreiche Verzögerungen allerdings erst 1929 fertiggestellt wurde. Im Inneren verkörpern vier allegorische Figuren die damaligen Destinationen der Eisenbahngesellschaft Paris-Orleans. Ebenfalls ein Meisterwerk sind die Bleiglasfenster des Limoger Glaskünstlers Francis Chigot. Leider kann man heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr auf den Turm.

Einer der schönsten Bahnhöfe Europas -Gare des Bénédictins in Limoges

Einer der schönsten Bahnhöfe Europas -Gare des Bénédictins in Limoges

Zweiter touristischer Höhepunkt: Der in den zwanziger Jahren neuangelegte Boulevard Jean Jaurès mit seinen Häuserfassaden im Art-Deco-Stil, heute eine der wichtigsten Einkaufsstraßen in der Stadt.

Kathedrale Saint-Etienne

Und nicht zuletzt die gotische Kathedrale Saint-Etienne, die erst nach über 600 Jahren Bauzeit Ende des 19. Jahrhunderts fertiggestellt werden konnte. Hier führte der Lauf über den neu gestalteten Vorplatz vorbei an dem ebenfalls frisch restaurierten Portal Saint-Jean, dem Hauptwerk regionaler spätgotischer Baukunst aus dem 16. Jahrhundert im Flamboyantstil (das auf dem Foto sichtbare Seitenschiff mit südöstlicher Ausrichtung ist deutlich älter (14. Jh.) und im Stil der Rayonnant-Gotik erbaut). Oft gestellte Frage: Warum hat der Turm keine Spitze? Nach einem Blitzeinschlag im 14. Jahrhundert wurde die Spitze zunächst wieder aufgebaut. Als dann ein Jahrhundert später die Turmspitze erneut einem Blitz zum Opfer fiel, verzichtete man auf die Rekonstruktion – bis heute!

Meisterwerk der südfranzösischen Gotik - die Kathedrale St.Etienne in Limoges

Meisterwerk der südfranzösischen Gotik – die Kathedrale St.Etienne in Limoges

Infos zum Lauf: http://www.cfrunningtour.fr/Ville/?idv=140

Alles über Limoges: http://www.limoges-tourisme.com/

In Limoges wird auch im Herbst gelaufen: Les boucles de la Porcelaine (Oktober)

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Nur zwei Autostunden von Freiburg – Der Trail des Forts in Besançon

Nur zwei Autostunden von Freiburg – Der Trail des Forts in Besançon

Durch die Zitadelle

Einen ganz besonderen Naturlauf gibt es am 10. Mai in Besançon. Neben viele Natur stehen nämlich auch viele Passagen durch die Festungsanlagen des berühmten Baumeisters Vauban auf dem Programm. UNESCO-Weltkulturerbe zum Erlaufen also.

Für die drei  Distanzen über 47 Km (2100 Höhenmeter), 28 Km (1000 Hm) und 19 Km (700 Hm) werden zur 12. Ausgabe des Laufes rund 3500 Teilnehmer erwartet. Damit ist der Trail des Forts der größte Naturlauf in Ostfrankreich.

Start und Ziel sind am Fluss Doubs, der auf etwa 230 Höhenmetern liegt, die höchsten Punkte des Trails liegen bei etwa 500 Metern, so dass die An- und Abstiege maximal 270 Höhenmeter Differenz haben. Für Genussläufer ist sicher die mittlere Strecke die beste Wahl, zumindest ich finde das Profil für diese Distanz noch recht moderat. Für Details: http://www.traildesforts.com/levenement/parcours/#gp

Besancon mit dem Fluss Doubs und der Zitadelle; Bild: pixabay.com

Besancon mit dem Fluss Doubs und der Zitadelle; Bild: pixabay.com

Stararchitekt Vauban

Den Bauwerken von Herrn Vauban, der der Festungsarchitekt Ludwig XIV. war, begegnet man übrigens fast überall in Frankreich. Allein zwölf seiner Anlagen, die im 17. JH bis Anfang 18. JH errichtet wurden, haben es geschafft, als bedeutende Bauwerke in die Liste der UNESCO aufgenommen zu werden. Chapeau bas, Monsieur Vauban!

Übrigens, wem Besançon zu weit ist, kann einen Ausflug nach Neuf-Brisach (auf der anderen Rheinseite vom badischen Breisach)machen, dort gibt es ebenfalls eine seiner Welterbe-Zitadellen zu bestaunen.

Le port du Saint Martin de Ré

Der Hafen von Saint Martin de Ré auf der Ile de Ré – ebenfalls eine Zitadelle von VAUBAN, ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe

Zurück zum Lauf: http://www.traildesforts.com/ (nur französisch).

Wer vielleicht ein bisschen bleiben möchte: Infos über die Stadt gibt’s hier: www.besancon.fr und für alle, die sich für die Festungsanlagen näher interessieren: www.citadelle.com

Zusatzinfo: Teilnahmegebühren 20-45 € (Einschreibung bis 2. Mai); Anmeldung vor Ort möglich (etwas höhere Gebühren); Maut (péage) bis Besançon etwa 10 Euro.

Wie immer, nicht vergessen: Für alle Läufe in Frankreich ist eine schriftliche Bestätigung eures Arztes erforderlich, der euch bescheinigt, dass ihr körperlich fit seid. Ein Modell zur Vorlage beim Arzt eures Vertrauens gibt es hier: Certificat médical. Diese Bescheinigung ist dann ein Jahr lang gültig.

Foto Besançon: pixabay.com – Herausragende kostenlose Bilder für deine kreativen Projekte

Laufen mit Mickey

Laufen mit Mickey

Nachdem meine Ankündigung für den neuen Marathon in Bordeaux ja etwas spät veröffentlicht wurde (der Lauf war zu diesem Datum schon ausgebucht), bin ich diesmal garantiert rechtzeitig dran! Wiederum ein neuer Lauf, der in den Laufkalender kommt – diesmal ein Halbmarathon im Disneyland Paris.

Eingebunden werden soll er in ein Sportwochenende zum Thema Laufen, wie dies bereits in den USA erfolgreich praktiziert wird. Beim „Weekend Running“ wird es verschiedene Läufe für die Kleinen geben und eben auch einen Halbmarathon. Angekündigt wurde dies für das Wochenende vom 23. – 25. September 2016 (zwanzig sechzehn!).

Wer seinen Kindern also was Gutes tun will und amerikanisches Lauf-Spektakel inklusive Feuerwerk haben möchte, der ist hier sicher richtig. Also bei Facebook „Disneyland Paris“ liken und auf dem Laufenden bleiben.

PÉAGE ! – Die Laufmaut kommt!

PÉAGE ! – Die Laufmaut kommt!

… oder doch nicht?

Maut für Läufer!

Nicht nur in Deutschland ist das Thema Maut zurzeit hochaktuell. Wobei hier nicht die Rede von der Autobahn sein soll, sondern vom Laufen im Rahmen eines Volkslaufes oder Wettkampfs.

Der Präsident der FFA (Fédération Française de l’Athlétisme) sucht offensichtlich neue Einnahmequellen und so ist er auf die Idee gekommen, von allen Läufern bei Straßen- oder Geländeläufen Geld einzutreiben. So hat er es bei einer Sitzung in der Bretagne verkündet. Zeitgleich hat ja in Deutschland der DLV auch eine drastische Gebührenerhöhung für Laufveranstalter beschlossen, die sogenannte Laufmaut war und ist ja auch in den deutschen Medien ein Thema.

Zurück nach Frankreich: Die FFA will also von allen Laufveranstaltungen profitieren, die in Frankreich stattfinden, wobei in der Presse zu lesen war, dass nur etwa zehn Prozent aller Läufe von Mitgliedsvereinen der FFA organisiert werden, der Rest also von anderen Organisatoren und die FFA geht dabei leer ausgeht …  Außerdem hat nur ein kleiner Teil der Läufer eine FFA-Lizenz (und zahlt somit einen Jahresbeitrag an die FFA).

Im Gegenzug plane der FFA die Organisatoren bei der Verwaltung des obligatorischen „Certificat médical“ und die Läufer mit einer Informationsseite im Internet zu unterstützen. Gleichzeitig sprach er von mehr Sicherheit für die Läufer, wenn alles über die FFA laufen würde. Meiner Meinung nach alles vorgeschobene (und ganz schwache) Argumente, um mehr Kontrolle über Laufveranstaltungen generell zu bekommen und natürlich, um sich ein (großes) Stück vom Kuchen des erfolgreichen Breitensports abzuschneiden, den man lange Zeit verschlafen und vernachlässigt hat.

Nach heftigen Protesten seitens Veranstalter und Läufern (es hatte eine Internet-Petition mit mehreren tausend Teilnehmern in nur wenigen Tagen gegeben), ist die FFA jetzt wieder zurückgerudert und hat die Lauf-Maut wieder zurückgenommen – vorläufig. Allerdings wird das letzte Wort noch nicht gesprochen sein…

Mal sehen wie das weiter geht und was sich die französischen Laufveranstalter alles ausdenken, um die Maut, wenn sie denn kommt, umgehen zu können (private Einladungsläufe, Läufe ohne offizielle Zeitmessung oder ähnliches).

Unsere Nachbarn sind ja bekanntlich erfinderisch. Nicht umsonst hieß es schon in der Ölkrise :
„En France on n’a pas de pétrole mais on a des idées !“