50 oder 100 Kilometer an der Küste der Schönheit (Côte de Beauté)

50 oder 100 Kilometer an der Küste der Schönheit (Côte de Beauté)

Immer am Meer entlang

Wer gerne am Meer entlang läuft, dabei den Wellen zuhört, den Salzgeruch in der Luft mag und dabei auch noch dem Auge etwas gönnen möchte – der ist an der „Côte de Beauté“, also der Küste der Schönheit, bestens aufgehoben.

Etwas Kondition sollte man allerdings auch mitbringen, wenn man dies am 19. Oktober 2013 in Royan tun möchte, denn die beiden Strecken zur Wahl sind 50 und 100 Kilometer.

Der kleine, aber feine Lauf wird alle zwei Jahre in den ungeraden Jahren organisiert. Wer jetzt denkt, dass sich der Organisator in den geraden Jahren auf die faule Haut legt, irrt sich gewaltig. Dann wird in Royan zum gleichen Zeitpunkt Mitte Oktober ein 24 bzw. 48-Stundenlauf ausgetragen. Allerdings bekommt man dann von der schönen Küstenlandschaft nichts mit, da dieser Parcours ausschließlich im Stadion verläuft und um dieses herumführt.

Royan – eines der großen französischen Seebäder

Die Stadt Royan liegt in Südwestfrankreich an der Mündung der Gironde im Department Charente-Maritime etwa 100 Kilometer nördlich von Bordeaux. Die Schönheit des alten Badeortes lässt sich nur noch an den nördlichen Buchten im Stadtgebiet erahnen, an denen ein Hauch von Belle Epoque weht. Der Großteil der Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg komplett neu aufgebaut. Die von deutschen Truppen besetzte Stadt wurde nämlich durch einen britischen Luftangriff im Jahr 1945 völlig zerstört. Doch zurück zum Sport.

Pendelkurs am Meer

Start und Ziel des Laufes sind im städtischen Stadion, dann geht es auf kürzestem Weg zum Strand. Der 100 Kilometerlauf macht einen Bogen nach Süden bis St. Georges de Didonne, bevor es wieder zurück und weiter nach Norden geht, durch das Stadtgebiet mit seinen kleinen Badbuchten und am Casino vorbei (nein, hier kein Supermarkt dieses Namens, sondern ein richtiges Spielkasino). Durch die Nachbargemeinde Saint Palais geht es dann immer am Meer entlang an den typischen, auf Stelzen gebauten Fischerhütten vorbei in Richtung Phare de la Courbe (Leuchtturm) und weiter auf einem Radweg an der Côte Sauvage entlang bis zum Badeort Ronce-les-Bains. Hier ist der Wendepunkt, auf gleicher Strecke geht es wieder zurück. Die 50er Variante verzichtet auf den Abstecher nach Süden und hat ihren Wendepunkt schon ein Stück weit vor dem Leuchtturm de la Courbe.

Saint Palais sur Mer - Carrelets

Carrelets – die typischen Fischerhütten auf Stelzen bei St. Palais-sur-Mer

Saint Palais sur Mer - Carrelets

Carrelets – Fischen ohne nass zu werden

Saint Palais sur Mer - Carrelets

Carrelets – Ganz ähnliche Konstruktionen findet man übrigens auch in Italien wieder – an der Trabocchi-Küste südlich von Pescara

Einen guten Eindruck von der Strecke vermitteln die vielen Fotos auf der Seite des Veranstalters. Was sie allerdings verheimlichen, sind die vielen Anstiege, die es gerade im Stadtgebiet von Royan gibt. Ebenfalls welliger als vielleicht gedacht sind dann die Dünen zwischen St. Palais und dem Phare de la Courbe, in denen es auch ständig auf und ab geht. Auch eine kurze Passage (300 m) über den Strand unterbricht den Rhythmus. Die Strecke ist also kaum bestzeitenfähig, dafür entschädigen aber die vielen Ausblicke aufs Meer.

Streckenverlauf überwiegend auf Asphalt (Rad- und Fußwege), eine Strandpassage (300 m), kurze Abschnitte über ungeteerte Wege.

Phare de la Courbe

Leuchtturm (Phare) de la Courbe – auch die Aussicht von oben lohnt sich bei klarem Wetter

Bei schönem Wetter ist mit einem hohen Aufkommen an Ausflüglern auf den Wegen zu rechnen, was sich aber auf die Passagen im Stadtgebiet, um Parkplätze oder Ausflugsgaststätten beschränkt.

Côte Sauvage

Die Côte Sauvage, beliebt bei FKK-Fans. In diesem Abschnitt folgt der Lauf allerdings einem Fahrradweg etwas landeinwärts.

Praktische Infos

Die Anmeldung ist bis zum 13. Oktober möglich, also auch für Kurzentschlossene ist der Lauf geeignet. Für Einsteiger ist der Lauf ebenfalls eine gute Wahl, mit 15 Stunden ist der Zeitrahmen (100 Km) großzügig bemessen, das gilt ebenso für die 50 Kilometer, die auch Wanderern offensteht. Fahrradbegleitung ist möglich (1 Fahrrad pro Läufer). Der Startschuss fällt um 6 Uhr (100 km) bzw. 8.30 Uhr.

Selbst gelaufen 2009 (50 Km in 4:44) und 2011 (50 Km in 4:38).

Alle Infos: http://100km.iroyan.com/

Ausflugstipps ganz in der Nähe

Einen ganz anderen Eindruck von der Landschaft bekommt man an der landeinwärts gelegenen Seite der Arvert-Halbinsel, dem Binnenmeer entlang des Flusses Seudre. Hier lohnt ein Abstecher in den quirligen Fischerort La Tremblade oder in eins der schönsten Dörfer Frankreichs, Mornac-sur-Seudre. Im winzigen Hafen von Chatressac kann man Austern, Miesmuscheln und anderes Schalentier verkosten (La Cabane, Port de Chatressac; für Austernkenner: Wir sind hier im südlichen Bereich der Austernzuchten des Gebietes Marennes-Oléron).

Mornac-sur-Seudre

Im Hochsommer wird man die Gassen von Mornac-sur-Seudre nicht so leer vorfinden

Technikfans sei noch ein Ausflug nach Rochefort empfohlen. Dort gibt es die letzte Schwebefähre, die in Frankreich noch steht und in Betrieb ist. Mittels einer an Stahlseilen hängenden Plattform gelangt man über den Fluss Charente. Der sogenannte Pont Transbordeur ist heute allerdings Fußgängern und Radfahrern vorenthalten. Eine Fahrt in der historischen Konstruktion sollte man sich nicht entgehen lassen! (April bis November) http://www.pont-transbordeur.fr/

Pont Transbordeur Rochefort

Schwebefähre in Rochefort

Auf dem Weg dorthin kann man einen Abstecher nach Broue machen. In der heute verlandeten Meeresbucht trifft man im Sommer viele Störche und andere Tiere, die sich in dem Feuchtgebiet wohlfühlen. Am Tour de Broue (donjon) gibt es kleines Infozentrum und man hat einen guten Ausblick über den ehemalige Golfe de Saintonge.

Bieler Lauftage / Courses de Bienne

Ein herzlicher Gruß in die Schweiz und allen Teilnehmern der Bieler Lauftage viel Erfolg!

Heute abend um 22 Uhr ist also wieder die „Nacht der Nächte“.

In Deutschland haben die 100 Kilometer von Biel längst Kultstatus und der Virus „Irgendwann musst du nach Biel“ hat in der Laufgemeinde schon viele infiziert.

Immer ein Highlight in Biel - Die Passage der historischen Brücke über die "alte Aare" in Aarberg (beim Lauf natürlich nachts und mit Beleuchtung)

Immer ein Highlight in Biel – Die Passage der historischen Brücke über die „alte Aare“ in Aarberg (beim Lauf natürlich nachts und mit Beleuchtung)

Kaum bekannt

Interessant ist, dass der Lauf in Frankreich dagegen wenig bekannt ist. Wenn du von Bienne (so heißt die Stadt Biel auf französisch) erzählst, schaut dich in der Regel ein Fragezeichen an (<<c’est où ça ?>>). Das zeigen regelmäßig auch die niedrigen Teilnehmerzahlen (31 Teilnehmer aus Frankreich, Stand 01.06.2013). Ich denke, hier läge für die Veranstalter noch ein großes Potenzial, denn Biel ist von Ostfrankreich (Lyon, Dijon etc.) schnell erreicht.

100 Kilometer von Millau

Der 100-Kilometer-Klassiker in Frankreich ist eindeutig Millau (28.09.2013), aber davon ein anderes Mal. Nur so viel: die Organisatoren von Millau haben sich den Virus damals auch in Biel eingefangen. Nach ihrer Teilnahme in Biel 1972 waren sie so fasziniert, dass sie daraufhin die 100 Kilometer von Millau ins Leben gerufen haben.

Meine 10 Tipps für deinen ersten 100-Kilometer-Lauf

Letzte Woche hatte ich einen 100-Kilometer-Lauf in der wunderschönen Dordogne vorgestellt. Und für alle, die diese mythische Strecke einmal angehen möchten, habe ich 10 Tipps zusammengestellt, die euch helfen sollen, ans Ziel zu kommen. Natürlich gäbe es noch mehr zu sagen, aber hier einmal ein Anfang:

Erstens

Für die 100 Kilometer sind die Regeln der Mathematik außer Kraft gesetzt. Ja wirklich, wenn ihr die 100 Kilometer durch zwei teilt, ist das Resultat nicht 50 und 50, sondern 70 und 30 Kilometer! Und die zweite Hälfte (also, die letzten 30 Kilometer) ist die schwierigere Hälfte. Wie beim Marathon, der auch bei 30 Kilometer beginnt, fängt der 100er erst bei Kilometer 70 an. Denkt daran!

Zweitens

Schön einteilen! Niemand kann sich ein ganzes Wildschwein auf den Teller legen, außer er heißt Obelix! Schneidet euch die Strecke also in schöne Teilstückchen, die leichter verdaulich sind. Setzt euch Zwischenziele, zum Beispiel die erste Verpflegungsstelle, ein Ort, einen Wendepunkt usw.

Drittens

Beim ersten Hunderter solltet ihr nur ein Ziel haben: ANKOMMEN! Zerbrecht euch nicht den Kopf über eine Zeit. Ihr wisst ja bereits: ein Marathon sind keine zwei Halbmarathons. Und 100 Kilometer sind nicht zwei Marathons und ein (kleiner) Halber. Beim ersten Mal geht es darum, die Distanz zu b-e-g-r-e-i-f-e-n, das ist alles.

Viertens

Schön langsam angehen! Lasst euch nicht von den anderen verrückt machen. Oft laufen die Leute los, wie für einen Marathon; einen Teil davon seht ihr wieder! Mein Tipp für den Start: maximal 75-80 % der Marathongeschwindigkeit!

Fünftens

Und weil es wichtig ist, noch einmal: nicht zu schnell loslegen. Bremst euch! Auch wenn das Tempo euch am Anfang lächerlich erscheint, bei Kilometer 90 ist es das nicht mehr. Denkt an den 30. oder 35. Kilometer beim Marathon. Wenn ich da müde bin, laufe ich halt noch 5 oder 7 Kilometer. Du willst dir aber nicht vorstellen, ab dem 70. Kilometer zu gehen, oder?

Sechstens

100 km sind laaaang. Nehmt euch die Zeit, von der Strecke zu verschwinden, mental natürlich. Das Laufen wird ein Automatismus, du wirst (fast) immer auf Asphalt laufen, also ist keine große Aufmerksamkeit notwendig, vor allem solltest du nicht auf das nächste Kilometerschild warten (die meisten Hunderter haben alle 5 Kilometer eine Markierung)! Beim Laufen kommen einem viele Einfälle oder es gelingt sogar, Probleme über die du schon lange nachgedacht hast, zu lösen – du wirst sehen, die Kilometer vergehen so viel schneller (die Peripatetiker haben das auch so gemacht).

Siebtens

Bevor es los geht, denkt nach und sucht einen Satz oder einen Spruch, der euch in schwierigen Momenten weiterhilft. Wiederholt den Satz wie die buddhistischen Mönche ihr berühmtes Mantra OM oder wie Barrack Obama sein „Yes, we can!“ Die französische Version davon „Yes, week-end“ ist dagegen weniger geeignet ;-)).

Achtens

Wenn ganz schwer wird, visualisiert schöne Laufmomente, zum Beispiel deinen Zieleinlauf als du Marathonbestzeit gelaufen bist oder andere Höhepunkte deiner Laufkarriere. Die Glückshormone werden helfen, kleine und größere Weh-Wehchen zu vertreiben. Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt.

Neuntens

Auf 100 Kilometern gibt es keine Überraschungen! Unglücklicherweise, gibt es manchmal doch welche, aber du kannst sie minimieren! Vor dem Start, kennst du den Streckenverlauf auswendig: schwierige Stellen, die kleine Steigung bei Kilometer 93, die Verpflegungsstellen natürlich und auch deine Zwischenziele (siehe Punkt 2). Eventuell hast du vorher schon selbst ein paar Passagen besucht oder hast dich zumindest informiert: Fotos der Vorveranstaltungen, Google Earth, Berichte anderer Läufer, es gibt viele Informationsquellen. Auf der Strecke kann dich dann nichts mehr aufhalten!

Zehntens

Für die Vorbereitung gibt es leider keine magische Formel. Für den Marathon gibt es unendlich viele Trainingspläne, für den Hunderter ist die Auswahl schon kleiner. Mein Tipp: bleib bei deinem bewährten Marathon-Vorbereitungsplan, außer zwei Ausnahmen: Erstens, der Halbmarathon, der meist vier Wochen vor dem Marathon im Programm steht, wird ein Marathon oder warum nicht auch ein 6-Stunden-Lauf. Lauf diese Strecke dann im vorgesehenen 100er Rhythmus, nicht schneller! Und schon gar kein Angriff auf die Rekordzeit! Zweitens, sollten die langen Läufe am Wochenende länger sein, als in der Marathonvorbereitung, aber auch deutlich langsamer.

Viel Glück!

Mit diesen Tipps sollte es dir nicht schwer fallen, deinen ersten 100er zu schaffen und 100-Kilometer-Läufer zu werden, oder wie sie im französischen auch heißen „Les Centbornards“ (une borne sagt man hier auch für einen Kilometer) und dein Schutzpatron ist ab sofort St. Bernard (weil sich das auf centbornard so schön reimt)!

Und jetzt viel Spaß bei deiner Vorbereitung und bei der Umsetzung dieses großen Laufzieles viel Erfolg. Ich drück dir die Daumen, je croise les doigts!

Saint-Bernard au Col de Grand St. Bernard

Saint-Bernard – Schutzheiliger der 100 Kilometer Läufer – oder habe ich da etwas verwechselt?
(Im Französischen ist Saint-Bernard sowohl der Hl. Bernhard als auch der Bernhardiner)

100 km von Belvès – Laufen in einem der schönsten Flusstäler Frankreichs

Der Mythos der für Nicht-(Ultra-)läufer unvorstellbaren Distanz von 100 Kilometern verbindet sich in der Dordogne mit Sightseeing pur, immerhin startet man in einem der schönsten Dörfer Frankreichs und noch drei weitere stehen auf dem Programm!

Les plus beaux villages de France

Zur Erklärung: „Les plus beaux villages de France“ ist eine Vereinigung der schönsten Dörfer Frankreichs, so zumindest das Credo des Vereins. Auch wenn vielleicht nicht jedes „schönste“ Dorf Mitglied in diesem Verein ist, kann man als Tourist in Orten mit dieser Bezeichnung nicht falsch liegen und immer viel typisch Französisches entdecken. Insgesamt gibt es in Frankreich etwa 150 Mitgliedsdörfer und vier davon sind auf der Laufstrecke: der Start- und Zielort Belvès, Beynac , La-Roque-Gageac und Castelnaud-la-Chapelle (Ortsteil Les Milandes). Weitere Infos mit einer Übersichtskarte: http://www.les-plus-beaux-villages-de-france.org/fr. Aber auch die anderen Orte auf der Strecke und die Landschaft des „Périgord Noir“ selbst sind ein wirkliches Highlight. Dazu kommt mit Sarlat am 50 km Wendepunkt noch eine der schönsten Kleinstädte Südwestfrankreichs (wenn auch die Strecke nicht durch das schöne Zentrum führt). Zahlreiche „Märchenschlösser“ und Burgen an Strecke nicht zu vergessen! Am bekanntesten davon vielleicht das Château des Milandes, auf dem Josephine Baker zeitweise zu Hause war (heute Museum). Heute haben sehr viele Briten die Region für sich entdeckt und sich hier niedergelassen.

100 Kilometer des Périgord Noir

100 km von Belvès: Straße (=Laufstrecke) in La-Roque-Gageac, einem der schönsten Dörfer Frankreichs, im Vordergrund die Dordogne

Die Strecke

Doch nun zum Laufen selbst: Die Strecke ist eine Mischung aus Rund- und Pendelkurs, das heißt vom Startort Belvès geht hinab ins Tal der Dordogne und wieder hinauf nach Sarlat und auf dem Rückweg ist die Streckenführung teils die gleiche, in Teilen wird aber auch auf der anderen Flussseite gelaufen. Der Höhenunterschied zwischen den Orten „oben“, also Belvès/Sarlat und dem Talgrund beträgt etwa 100 Meter. Man sollte sich von den ersten 30 Kilometern nicht verleiten lassen und zu schnell anzugehen, dann hier geht’s erst bergab und dann immer gerade aus, aber dann wird es hügeliger und schon die lange Steigung hinauf nach Sarlat wird immer länger. Kernig wird es auch nochmal ganz am Schluss, denn muss man auf den letzten Kilometern wieder ganz hinauf zum Startort. Allerdings hört man schon 2-3 Kilometer vor dem Ziel die Musik vom Festzelt weit hinunter, so dass der letzte steile Anstieg leichter fällt, als gedacht. Die Strecke ist durchgehend asphaltiert.

Sightseeing inklusive

Wirklich schön sind die Passagen durch die typischen Ortschaften der Dordogne mit ihren hellen, freundlichen Kalksteinhäusern, durch die der Lauf wirklich mitten hindurch geht und die viel französisches Flair versprühen (mit Sarlat als bereits angesprochene Ausnahme). Die Dörfer eigenen sich auch hervorragend, sich die Strecke in kleinere überschaubare Einheiten aufzuteilen. Auf der Strecke selbst zwischen den Ortschaften sollte man nicht mit Publikum rechnen, das einen anfeuert, hier sind die meisten Zuschauer doch eher Vierbeiner, die stoisch auf der Weide stehen.

Ein Lauf mit Tradition

2013 finden die 100 km du Périgord Noir bereits zum 37. Mal statt, ein Lauf mit großer Tradition also, in diesem Jahr am 27. April 2013. Périgord ist (grob gesagt) die alte Landschaftsbezeichnung für das heutige Department Dordogne (Nummer 24). Das „Noir“ kommt von den düsteren Eichenwäldern. Daneben kennt man noch das Périgord vert, blanc et pourpre, also grün, weiß und purpur, wobei letzteres eine Erfindung von Fremdenverkehrsmanagern ist, um die Weinregion um die Stadt Bergerac touristisch aufzuwerten.

Seit einigen Jahren steht neben der 100 km auch eine 50 km Strecke auf dem Programm, für alle, die einmal über den Marathon hinauswollen, sich aber an die 100 km noch nicht herantrauen.

100 Kilometerläufe sind familiäre Ereignisse

Kritisch sei an dieser Stelle angemerkt, dass ein Teil der Strecke über eine nicht gesperrte Landstraße führt. Vor allem am Samstagvormittag ist hier mit einigem Verkehr zu rechnen. Das ist nicht jedermanns Sache. Fahrradbegleitung ist möglich, inzwischen werden sogar Leihfahrräder angeboten. Außerdem können jetzt in Sarlat (Kilometer 50) oder in La-Roque-Gageac (Kilometer 62) Kleidersäcke deponiert werden. Ende April kann man in der Region, die für ihr mildes Klima bekannt ist, mit frühlingshaften Temperaturen rechnen. Allerdings gab es auch schon total verregnete Ausgaben! Auf den 100 Kilometern ist mit etwa 500 Läufern zu rechnen, 2013 vielleicht mehr, da Belvès 2013 Austragungsort der Französischen und Europäischen Meisterschaft ist. Trotzdem wird Belvès wieder eher ein familiäres Ereignis bleiben, da die Familie der Ultraläufer doch nicht so zahlreich ist.

100 Kilometer des Périgord Noir, noch 20 Kilometer

100 km von Belvès – Ein tolles Gefühl zum ersten Mal die Schilder zu sehen, die über die Marathondistanz hinausgehen

Länger bleiben loht sich!

An Übernachtungsmöglichkeiten ist in dieser touristischen Region kein Mangel. Ob Hotel, Auberge (Gasthof), Chambre d’Hôte (Gästezimmer), Feriendorf oder Campingplatz. Die Auswahl ist groß und um diese Jahreszeit sollte auch immer etwas zu finden sein. Unbedingt nach dem Lauf noch ein paar Tage bleiben, dann können auch die kulinarischen Höhepunkte der Region noch in vollen Zügen genossen werden. Stichworte: Ente, Gans, Trüffel, Walnüsse …

Meine Empfehlung: Ein Confit de Canard mit Pommes de terres Sarladaises (eingelegtes und dann wieder erhitztes Entenfleisch mit in Entenfett ausgebratenen Bratkartoffeln) und dazu ein Viertel Pécharmant (Rotwein aus der Gegend von Bergerac). Bon appetit et santé!

Selbst gelaufen im Jahr 2007 in 13 Stunden 26 Minuten.

Alle Infos: http://www.clubathletiquebelvesois.fr/index.html (nur in französischer Sprache, Anmeldeformulare auch in Englisch)

Noch nie an die 100 km herangetraut? Demnächst hier meine 10 Tipps, wie du es schaffen kannst!