Cahors – Eauze auf dem Jakobsweg (4 Tage – 185 Km), Etappe 1

Cahors – Eauze auf dem Jakobsweg (4 Tage – 185 Km), Etappe 1

Cahors – Lauzerte, 44 Kilometer

Heute gibt’s auf diesem Blog erstmals eine Fortsetzungsgeschichte. Der Grund dazu ist einfach: vom 11. bis 14. April habe ich meinen ersten Etappenlauf bestritten, den ich hier näher vorstellen möchte. Eine erste Ankündigung gab es sozusagen als Vorbericht im März, jetzt kann ich aus eigener Erfahrung davon berichten. Ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen, aber ich kann jetzt schon sagen: es hat sich gelohnt und eine Fortsetzung auf einer anderen Etappe ist sehr wahrscheinlich!

Ankunft

Wir sind 16 Personen, die sich am Abend des 10. April in Cahors treffen, um vier Tage gemeinsam auf dem Jakobsweg zu laufen: 14 Läufer und die zwei Organisatoren, die sich in den nächsten Tagen um alles kümmern werden, damit wir uns auf unseren Lieblingssport, das Laufen, konzentrieren können. Claude und Jean-Jacques haben die Unterkünfte reserviert, kümmern sich um den Gepäcktransport, bewirtschaften mit zwei Fahrzeugen die Verpflegungsstellen unterwegs, bereiten auch zweimal das Abendessen in den Pilgerherbergen zu und sind gleichzeitig auch unser treues Publikum, das uns immer wieder anfeuern und motivieren wird.

Entdecken vor Zeitnahme

Unsere Strecke und unser Lauf werden kein Wettbewerb sein, sondern ein Lauf, um zu entdecken: die Landschaften, die Orte, die Kultur, die Pilger, denen wir unterwegs begegnen werden und natürlich auch der Austausch zwischen den Läufern während langer Lauftage. Auf der anderen Seite ist der Lauf auch kein Kinderspiel. Die 185 Kilometer in vier Tagen, das ist auch jede Menge Ausdauer, eine gute Einteilung der Kräfte sowie ausreichend mentale Stärke, um bis ins Ziel nach Eauze zu kommen.

Die Läufer

Unsere Gruppe ist eine gute Mischung aus Läufern der verschiedensten Niveaustufen: angefangenen vom erfahrenen Läufer bis hin zum Hobbyläufer, der noch keinen ganzen Marathon hinter sich hat. Für einige ist unser Ausflug also eher ein Training, wie für eine Teilnehmerin vom Team Salomon oder eine Vorbereitung, um große Läufe in Angriff zu nehmen. Ein Läufer wird später im Jahr „La Trans Gaule“, ein anderer „La Mil’Kil“ bestreiten. Für andere wiederum, wird unsere Laufstrecke eine neue, außergewöhnliche Erfahrung sein, wie zu Beispiel für mich, der zwar schon Ultrastrecken gelaufen ist, aber noch nie als Etappenlauf über mehrere Tage.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Gruppenbild vor dem Start im Relais des Jacobins in Cahors

Der Vorabend

Donnerstag, 10. April : Wie jetzt jeden Abend, gibt es heute das erste Briefing. Jeder Läufer erhält einen Kartensatz. Man muss nämlich wissen, dass es für uns keine spezielle Beschilderung geben wird, die rot-weißen Markierungen des Jakobsweges sind in den nächsten Tagen unsere einzigen Wegmarken. Also, Verteilung der Karten mit den Verpflegungsstellen, Hinweisen zu Orten, an denen es Trinkwasser gibt und Details zu Wegpunkten, an denen man riskiert, den Weg zu verlieren… Aber wir werden später feststellen, dass jeden Tag für den einen oder anderen Läufer oder für eine kleine Gruppe ein paar Zusatzkilometer hinzukommen werden!

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Jeder freut sich, dass es gleich los geht! Kurz vor dem offiziellen Start am Ufer des Lot

Los geht’s!

Freitag, 11. April : Laufenderweise geht es von unserer Unterkunft zum eigentlichen Startpunkt, der Brücke „Pont Valentré“ in Cahors. Nach einigen obligatorischen Gruppenfotos, erklärt uns Serge, unser Gastgeber vom Relais des Jacobins in Cahors noch kurz die Geschichte der Brücke (herzlichen Dank Serge für den herzlichen Empfang!). Kurz hinter der Brücke geht es dann steil bergauf auf das erste Kalksteinplateau und weiter bis Lauzerte, die erste Etappe mit 44 Kilometern.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Und ein letztes Gruppenfoto auf der Valentré Brücke, kurz vor dem Start

Unterwegs

Für diejenigen, die unbedingt den Ort Montcuq sehen wollten, dieses durch einen Sketch sehr bekannt gewordene französische Dorf, kommen heute bereits die ersten Zusatzkilometer hinzu (dabei war das Briefing sehr klar, wir werden nicht nach Montcuq hineinlaufen). Die Laufstrecke führt uns heute im wesentlichen über die Kalksteinplateaus oder „Causses“, wie sie hier heißen, eine karge Landschaft, die mich an die Kalkhochflächen in der Fränkischen Schweiz erinnert. Natürlich immer wieder eingeschnitten von Tälern, die mit etwa gut hundert Meter Höhendifferenz unter den Hochflächen liegen. Der letzte Anstieg führt uns dann nach Lauzerte, einem wehrhaft angelegten Ort (einer sogenannten „Bastide“), der zu den schönsten Orten Frankreichs gehört („un des plus beaux villages de France“). Vor dem Essen noch ein kleiner Spaziergang durch den Ort, sozusagen zum Auslaufen. Am Abend lassen wir uns das exzellente Essen im Gîte des Figuiers schmecken, vier Gänge, wir sind ja schließlich in Frankreich! Es gibt grünen Spargel, für mich den ersten der Saison. Bon appetit!

Die Fortsetzung demnächst hier bei LaufenInFrankreich!

Infos und viele, viele Bilder auf: http://courses.free.fr/compostelle/

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Lascabanes – typisches kleines Dorf auf den Causses

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Verpflegungsstelle „de Luxe“ mit Sitzgelegenheit zur Mittagspause in Lascabanes

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Cazelle, traditionelle, runde Steinhäuschen auf den Hochflächen boten Schutz

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Eine Weggabelung auf dem GR 65, noch 12,7 Kilometer nach Lauzerte, unserem Tagesziel. Links in Richtung Montcuq.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Gern unterbricht man den Lauf für schöne Fotos, hier in Rouillac.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Geschafft! – Ankunft im Gîte des Figuiers, einer empfehlenswerten Pilgerherberge

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Abendspaziergang in Lauzerte, hier am zentralen Platz der Bastide

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