Cahors – Eauze auf dem Jakobsweg (4 Tage – 185 Km), Etappe 4

Cahors – Eauze auf dem Jakobsweg (4 Tage – 185 Km), Etappe 4

Das Finale: Condom – Eauze, 35 Km

Heute, an unserem letzten Tag, wurde der Start noch einmal vorverlegt, weil ja am Nachmittag noch die Rückfahrt nach Cahors ansteht; einige aus unserer Gruppe werden uns jedoch bereits in Eauze verlassen, da für sie der Heimweg von hier aus günstiger ist.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Einer für alle – alle für einen! D’Artagnan und seine Musketiere motivieren uns beim Start.

So starten wir noch bei Dunkelheit am Denkmal von d’Artagnan und den drei Musketieren im Zentrum von Condom. Auf dem Weg zwischen den Weinbergen des Armagnac, sowie Feldern und kleinen Wäldchen warten noch zwei der schönsten Dörfer Frankreichs auf uns, bevor wir unser Ziel, das Städtchen Eauze erreichen.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Die Stadtmauer des wehrhaften Dorfes Larressingle

Das erste ist Larressingle, ein Wehrdorf, das von 270 Metern Stadtmauern umgeben ist und die noch weitgehend erhalten ist. Als zweites dann Montréal-en-Gers, eine der ältesten Bastiden der Gascogne und die älteste im Departement Gers. Hier wird nach 18 Kilometern unsere letzte Verpflegungsstation vor dem Ziel sein.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Leicht bergab ist’s doch am schönsten

Heute meint es die Sonne sehr gut mit uns. Nachdem es morgens doch noch recht frisch war (Armlinge leisteten mir da gute Dienste) ist heute der erste Tag, an dem die Wolken uns nicht vor der Sonne schützen. Aber Mittag werden wir ja unser Ziel erreicht haben. Die letzten acht Kilometer werden noch sehr lang: auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse geht es in langen geraden Linien hinauf nach Eauze. Hier ist noch einmal mentale Stärke gefragt. Maria, meine portugiesische Begleiterin während der vergangenen Tage hat noch viel davon und so erreichen wir nach 4:49 Stunden glücklich unser Ziel.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Morgensonne auf dem Jakobsweg

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Ein idealer Wegabschnitt – Allee hinter Larressingle

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Geschafft: Der Zieleinlauf

Eine Pilgerherberge ist für uns reserviert, in der wir uns duschen und umziehen können, bevor wir uns zum Abschiedstrunk auf dem kleinen, sympathischen Marktplatz von Eauze zusammenfinden.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Das Ziel: Der schöne Marktplatz in Eauze

Wir sind uns alle einig: das war ein erlebnisreiches Abenteuer, eine sportliche Herausforderung und vor allem auch viele freundschaftliche Begegnungen, die uns lange in Erinnerung bleiben werden. Vielen Dank dafür an alle Teilnehmer, vor allem aber an Claude und Jean-Jacques, die alles bestens organisiert haben und uns an den Verpflegungsstellen unterwegs unterstützt und angefeuert haben. Danke auch an meine beiden Begleiter, Patrick aus Toulouse auf der ersten Etappe und Maria aus dem Departement Gard an den folgenden Tagen.

Bis zum nächsten Mal auf dem Jakobsweg oder bei einem anderen Lauf !

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Redlich verdient – das Abschlussbier in Eauze nach 185 Kilometern

Ein paar Daten zum Abschluss: 14 Teilnehmer, davon 9 Männer und 5 Frauen; 11 Franzosen, 1 Belgier, 1 Deutscher (ich) und 1 Portugiesin. Von 14 Teilnehmern sind 13 die gesamte Distanz gelaufen, einige auch ein bisschen mehr 😉 . Die Gruppe (bzw. die Gruppen ab dem 2. Tag) haben sich schnell auseinander gezogen. Danach wurde entweder allein oder in Minigruppen  zu zweit oder dritt gelaufen. Selten sind mehr als drei Läufer länger zusammen geblieben. Dazu ist es einfach auch zu wichtig, dass man über diese Distanz sein eigenes Tempo findet.

Die Gesamtdistanz wurde vom ersten Läufer in 22:41 Stunden zurückgelegt, vom langsamsten in 33:07 Stunden. Ich etwa mittendrin mit 27:58 Stunden für die 185 Kilometer.

Kosten der Sportreise: 390 Euro ab/bis Cahors; 4 Tage inklusive Unterbringung, Frühstück, Abendessen (inkl. Getränke), Verpflegung unterwegs und Rücktransport.

Hier noch mal die Internetadresse mit über 400 Fotos von diesem Ausflug, von den anderen Laufreisen auf dem Jakobsweg und natürlich auch mit den nächsten Terminen inklusive der Angabe an verfügbaren Restplätzen:

http://courses.free.fr/compostelle/

Der landschaftlich noch schönere Teil ist nach Aussagen von Claude, dem Veranstalter, der Abschnitt von Le-Puy-en-Velay nach Conques.

Cahors – Eauze auf dem Jakobsweg (4 Tage – 185 Km), Etappe 1

Cahors – Eauze auf dem Jakobsweg (4 Tage – 185 Km), Etappe 1

Cahors – Lauzerte, 44 Kilometer

Heute gibt’s auf diesem Blog erstmals eine Fortsetzungsgeschichte. Der Grund dazu ist einfach: vom 11. bis 14. April habe ich meinen ersten Etappenlauf bestritten, den ich hier näher vorstellen möchte. Eine erste Ankündigung gab es sozusagen als Vorbericht im März, jetzt kann ich aus eigener Erfahrung davon berichten. Ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen, aber ich kann jetzt schon sagen: es hat sich gelohnt und eine Fortsetzung auf einer anderen Etappe ist sehr wahrscheinlich!

Ankunft

Wir sind 16 Personen, die sich am Abend des 10. April in Cahors treffen, um vier Tage gemeinsam auf dem Jakobsweg zu laufen: 14 Läufer und die zwei Organisatoren, die sich in den nächsten Tagen um alles kümmern werden, damit wir uns auf unseren Lieblingssport, das Laufen, konzentrieren können. Claude und Jean-Jacques haben die Unterkünfte reserviert, kümmern sich um den Gepäcktransport, bewirtschaften mit zwei Fahrzeugen die Verpflegungsstellen unterwegs, bereiten auch zweimal das Abendessen in den Pilgerherbergen zu und sind gleichzeitig auch unser treues Publikum, das uns immer wieder anfeuern und motivieren wird.

Entdecken vor Zeitnahme

Unsere Strecke und unser Lauf werden kein Wettbewerb sein, sondern ein Lauf, um zu entdecken: die Landschaften, die Orte, die Kultur, die Pilger, denen wir unterwegs begegnen werden und natürlich auch der Austausch zwischen den Läufern während langer Lauftage. Auf der anderen Seite ist der Lauf auch kein Kinderspiel. Die 185 Kilometer in vier Tagen, das ist auch jede Menge Ausdauer, eine gute Einteilung der Kräfte sowie ausreichend mentale Stärke, um bis ins Ziel nach Eauze zu kommen.

Die Läufer

Unsere Gruppe ist eine gute Mischung aus Läufern der verschiedensten Niveaustufen: angefangenen vom erfahrenen Läufer bis hin zum Hobbyläufer, der noch keinen ganzen Marathon hinter sich hat. Für einige ist unser Ausflug also eher ein Training, wie für eine Teilnehmerin vom Team Salomon oder eine Vorbereitung, um große Läufe in Angriff zu nehmen. Ein Läufer wird später im Jahr „La Trans Gaule“, ein anderer „La Mil’Kil“ bestreiten. Für andere wiederum, wird unsere Laufstrecke eine neue, außergewöhnliche Erfahrung sein, wie zu Beispiel für mich, der zwar schon Ultrastrecken gelaufen ist, aber noch nie als Etappenlauf über mehrere Tage.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Gruppenbild vor dem Start im Relais des Jacobins in Cahors

Der Vorabend

Donnerstag, 10. April : Wie jetzt jeden Abend, gibt es heute das erste Briefing. Jeder Läufer erhält einen Kartensatz. Man muss nämlich wissen, dass es für uns keine spezielle Beschilderung geben wird, die rot-weißen Markierungen des Jakobsweges sind in den nächsten Tagen unsere einzigen Wegmarken. Also, Verteilung der Karten mit den Verpflegungsstellen, Hinweisen zu Orten, an denen es Trinkwasser gibt und Details zu Wegpunkten, an denen man riskiert, den Weg zu verlieren… Aber wir werden später feststellen, dass jeden Tag für den einen oder anderen Läufer oder für eine kleine Gruppe ein paar Zusatzkilometer hinzukommen werden!

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Jeder freut sich, dass es gleich los geht! Kurz vor dem offiziellen Start am Ufer des Lot

Los geht’s!

Freitag, 11. April : Laufenderweise geht es von unserer Unterkunft zum eigentlichen Startpunkt, der Brücke „Pont Valentré“ in Cahors. Nach einigen obligatorischen Gruppenfotos, erklärt uns Serge, unser Gastgeber vom Relais des Jacobins in Cahors noch kurz die Geschichte der Brücke (herzlichen Dank Serge für den herzlichen Empfang!). Kurz hinter der Brücke geht es dann steil bergauf auf das erste Kalksteinplateau und weiter bis Lauzerte, die erste Etappe mit 44 Kilometern.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Und ein letztes Gruppenfoto auf der Valentré Brücke, kurz vor dem Start

Unterwegs

Für diejenigen, die unbedingt den Ort Montcuq sehen wollten, dieses durch einen Sketch sehr bekannt gewordene französische Dorf, kommen heute bereits die ersten Zusatzkilometer hinzu (dabei war das Briefing sehr klar, wir werden nicht nach Montcuq hineinlaufen). Die Laufstrecke führt uns heute im wesentlichen über die Kalksteinplateaus oder „Causses“, wie sie hier heißen, eine karge Landschaft, die mich an die Kalkhochflächen in der Fränkischen Schweiz erinnert. Natürlich immer wieder eingeschnitten von Tälern, die mit etwa gut hundert Meter Höhendifferenz unter den Hochflächen liegen. Der letzte Anstieg führt uns dann nach Lauzerte, einem wehrhaft angelegten Ort (einer sogenannten „Bastide“), der zu den schönsten Orten Frankreichs gehört („un des plus beaux villages de France“). Vor dem Essen noch ein kleiner Spaziergang durch den Ort, sozusagen zum Auslaufen. Am Abend lassen wir uns das exzellente Essen im Gîte des Figuiers schmecken, vier Gänge, wir sind ja schließlich in Frankreich! Es gibt grünen Spargel, für mich den ersten der Saison. Bon appetit!

Die Fortsetzung demnächst hier bei LaufenInFrankreich!

Infos und viele, viele Bilder auf: http://courses.free.fr/compostelle/

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Lascabanes – typisches kleines Dorf auf den Causses

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Verpflegungsstelle „de Luxe“ mit Sitzgelegenheit zur Mittagspause in Lascabanes

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Cazelle, traditionelle, runde Steinhäuschen auf den Hochflächen boten Schutz

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Eine Weggabelung auf dem GR 65, noch 12,7 Kilometer nach Lauzerte, unserem Tagesziel. Links in Richtung Montcuq.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Gern unterbricht man den Lauf für schöne Fotos, hier in Rouillac.

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Geschafft! – Ankunft im Gîte des Figuiers, einer empfehlenswerten Pilgerherberge

Cahors -Eauze, courir sur les chemins de Compostelle

Abendspaziergang in Lauzerte, hier am zentralen Platz der Bastide