Das Festival des Templiers – Bilder und Laufbericht vom Lauf L’Integrale des Causses

Das Festival des Templiers – Bilder und Laufbericht vom Lauf L’Integrale des Causses

Das Event hatte ich hier schon im August vorgestellt: jetzt ganz frisch einige Bilder und ein Erfahrungsbericht vom Wochenende

Spektakuläre Landschaften

Schon bei der Ankunft am Donnerstagabend präsentiert sich die Landschaft spektakulär: die beeindruckenden Kalkplateaus lassen an die Canyonlandschaften der USA und die Zeugenberge des Monument Valley denken, die tiefstehende Sonne taucht die Felsen in ein magisches Licht.

Festival des Templiers

Zeltstadt, im Hintergrund der Hausberg von Millau, am Mast ganz oben vorbei wird es morgen Abend hinunter ins Ziel gehen

Salon du Trail

Die Startnummernausgabe ist in einer Ausstellung „Salon du Trail“ integriert, die diesmal ihren Namen wirklich verdient hat. Über 100 Ausrüster und Veranstalter geben ein umfassendes Bild über die Trailszene. Und als Willkommensgeschenk gibt es zum Glück kein T-Shirt, sondern einen Trail-Wandkalender für 2015 und eigens für die Veranstaltung gestaltete Armlinge und einen Buff. Schön und praktisch!

Festival des Templiers

Über 100 Aussteller, das kann sich sehen lassen!

Zu zweit geht’s leichter

Vom Veranstaltungsgelände transportieren Busse die 350 Starter zum Startort Montuéjouls etwa 20 Fahrminuten von Millau. Alles ist gut organisiert, die Helfer freundlich und engagiert bei der Sache. Unterwegs sehen wir die Läufer des Endurance Trails, die bereits um 4 Uhr gestartet waren. Im Salle des Fêtes in Mostuéjouls erwarten uns Kaffee und vor allem ein Ort, der uns vor der morgendlichen Kälte bei etwa 4 °C schützt. Hier treffe ich auch meine Laufkollegin Laure aus Bordeaux, mit der ich im Frühjahr auf dem Jakobswegs unterwegs war.

Festival des Templiers

Bereit für eine neues Laufabenteuer -zusammen mit Laure aus Bordeaux

Muski und Bengalos begleiten unseren Start in die Dunkelkeit, die uns die erste Stunde noch begleiten sollte.

Tropf, tropf, tropf…

Dazu gesellt sich schnell ein technisches Problem: Offensichtlich war ich mit meinem Laufrucksack etwas unvorsichtig umgegangen und die Wasserblase hat ein Leck erhalten. Langsam tropft das Wasser den Rücken hinab und bahnt sich seinen Weg bis in die Schuhe. Nachdem ich dieses Problem aber schon mal hatte, habe ich seitdem immer ein paar kleine selbstklebende Flicken aus meinem Fahrradzubehör dabei. So konnte die Leckage an der nächsten Verpflegungsstation behoben werden.

Festival des Templiers

Die Landschaft erwacht…

Technisch anspruchsvolle An- und Abstiege

So schön und spektakulär sich die Felslandschaft präsentiert, die Wege sind oft steil und auch ordentlich technisch mit viel Felsen, aber auch unangenehmem Blockschutt, so dass der Blick oft nicht auf die Felsformationen wie aus einem Märchenbuch fallen kann. Die aufgehende Sonne sorgt für herrliche Bilder und lässt fast vergessen, dass das Vorwärtskommen nur sehr langsam ist – schon jetzt am frühen Morgen brauchen wir für 5 Kilometer fast eine Stunde!

Festival des Templiers

Wieder ein echter „WOW“-Moment!

Große Teile der Wegstrecke gehen durch Kiefern- und Eichenwälder, die um diese Jahreszeit ihr schönstes Kleid angelegt haben. In dieser nur spärlich besiedelten Landschaft sind die Ortsdurchquerungen rar gesät, mehr als eine gute Handvoll werden es im Lauf des Tages nicht werden. In diesen kleinen Dörfern scheint die Zeit stehengeblieben.

Festival des Templiers

Nur 4 Verpflegungsstellen gibt es auf der Strecke, eine davonin Saint-André-de-Vezines

Festival des Templiers

Fast verlassenes Dorf in den Causses

Auf und ab

Der ganze Lauf ist Prinzip ein einziges Auf und Ab vom Talgrund auf die Kalkplateaus, die den Talboden um etwa 500 Höhenmeter überragen. Oben ist die Landschaft von der Sonne, die uns den ganzen Tag begleiten wird ausgetrocknet; in den Talböden, wohin sie nur selten ihren Weg findet, bleibt es dagegen feucht und glitschig.

Festival des Templiers

Alter Bauernhof auf einer Lichtung mitten im Wald

Festival des Templiers

Überall Felsformationen wie im Märchenwald

Schnell wird uns auch klar, dass wir unsere gesetztes Ziel von 12 Stunden wohl nicht erreichen werden und dass wir wohl gezwungen sein werden, für das letzte Stück wieder unsere Stirnlampen auszupacken.

Festival des Templiers
Manchmal sollte man nicht ins Stolpern geraten!

Im Schneckentempo

Bei Kilometer 50 geht es nochmal brutal 500 Meter nach oben, inzwischen muss ich befürchten, von Schnecken überholt zu werden. Aber die letzte Verpflegungsstation erwartet uns oben und der Gedanke daran zieht uns den Berg hinauf. Ankommen ist jetzt der einzige Gedanke.

Festival des Templiers

Immer wieder spektakuläre Aussichten, die man sicher hart erarbeiten muss!

Aber auch der letzte Abstieg soll sich als sehr technisch erweisen, was von der Dunkelheit noch gesteigert wird.

YEEEESSSSSSSSSS!

Überglücklich durchlaufen wir den Zielbogen und freuen uns über die hart erkämpfte Medaille und die Finisherweste. Es ist geschafft!

Zielzeit: 13:21:27 Std. für 61 km und 3500 Hm; Platz 290 bei 350 Startern

 

Alles in allem

Resümee: Gut organisierte Veranstaltung in toller, spektakulärer Landschaft mit idyllischen kleinen Dörfern, die auch ohne Lauf einen Besuch unbedingt Wert ist. Genusslaufen sieht allerdings anders aus, auf vielen schlecht „laufbaren“ Wegen mit vielen technischen Passagen (Steine, Steilpassagen etc.) ist meist volle Konzentration angesagt. Wer auch dies mag, wird voll auf seine Kosten kommen. Sicher auch interessant ist hier die Rolle des Zuschauers: Bei wenigen Läufen (außer UTMB) wird man ein so internationales und erstklassig besetztes Läuferfeld vorfinden.

Vorplanen!

Allerdings, wer Millau in seinen Laufkalender einplant, sollte sich sehr früh an die Reservierung der Unterkunft machen, die Übernachtungsmöglichkeiten sind rund um Millau doch sehr begrenzt und teilweise zur Veranstaltung auch völlig überteuert. Für Campingfans empfehle ich den „Camping de la Cascade“ in Saint-Rome-du-Tarn, ein guter, schöner und sympathischer 4-Sterneplatz etwa eine halbe Autostunde westlich von Millau direkt am Tarn. Auch Vermietung.

Hier noch mal der Link: http://festivaldestempliers.blogspot.fr/ (französisch und englisch)

Advertisements
Frankreichs großes Traillauf-Event: Das Festival des Templiers

Frankreichs großes Traillauf-Event: Das Festival des Templiers

24. bis 26. Oktober in Millau (Department Aveyron, Region Midi-Pyrénées)

Bei der Vorstellung der größten Trailläufe Frankreichs hatte ich am 25. Januar das Festival des Templiers auf Platz 1 genannt. Hier jetzt ein paar mehr Infos zu diesem Großereignis der französischen Natur-Laufsportszene.

Beim Festival des Templiers vom 24. bis 26. Oktober werden nicht weniger als 10 (!) Laufstrecken zur Auswahl stehen. Teilnahmestärkster Lauf ist der Grand Trail des Templiers mit etwa 2500 Startern und einer Distanz von 73 Kilometern auf denen 3400 positive Höhenmeter zu bewältigen sind.

So viele Höhenmeter? Aber wir sind doch gar nicht in den Alpen!

Wenn man oben auf den Hochplateaus steht, sieht die Landschaft eigentlich recht eben aus. Die mächtigen Kalksteine der „Causses“, so heißt diese Landschaft hier, bilden eine recht homogene und karge Hochfläche auf etwa 900 Meter Meereshöhe. Allerdings haben sich im Lauf der Jahrmillionen einige Flussläufe sehr tief in diese Plateaus eingeschnitten, allen voran der Tarn. So liegen die Talböden auf nur zirka 400-500 Metern und durch ein paar Auf- und Abstiege auf das bzw. vom Plateau kommen hier schnell viele Höhenmeter zusammen und das in der Regel auf sehr steilen Pfaden.

 

Festival des Templiers

Festival des Templiers 2014 – der Fluss Tarn ist tief in die Kalkplateaus der Causses eingeschnitten

Aber zurück zu unserem Lauf-Menu

Bei keiner anderen Trailveranstaltung gibt es wohl ein solch vielseitiges Angebot wie in Millau beim Festival des Templiers:

Für die Freunde der Langstrecke gibt es den Endurance Trail (100 km bei 4500 Höhenmetern). In 22 Stunden Sollzeit müssen nicht weniger als sieben große Anstiege vom Talboden auf die Plateaus bewältigt werden.

Allen Naturliebhabern und allen, die den großen Läufermassen auf den engen Wegen aus dem Weg gehen wollen, sei der Lauf „L’Integrale des Causses“ empfohlen; mit 61 Kilometern und 3500 Höhenmetern eine Mitteldistanz, bei der die Zahl der Starter auf 300Teilnehmer limitiert ist und daher ein ruhigeres Lauferlebnis, als beim Hauptlauf garantiert ist.

Kurzstreckenfans und Einsteiger werden sich eher für den „Trail du Viaduc de Millau“ entscheiden, der bei 24 Kilometern gerade einmal 600 Höhenmeter verspricht.

Damit nicht genug: der „Marathon des Causses“, der allerdings kein Marathon ist, sondern nur 37 Kilometer aufweist, bei allerdings 1700 Metern bergauf, ist eine weitere Option. Und damit nun wirklich jeder seinen passenden Lauf findet gibt es auch noch den Monna Lisa Trail (27 km, 1100 Höhenmeter), der auch nicht, wie der Name vermuten lässt, ein reiner Frauenlauf ist (Monna ist auch kein Schreibfehler von mir, sondern ein Ortsname). Der Frauenlauf ist „La Templière“, mit 8 Kilometern und 270 Höhenmetern, also wirklich ein Naturlauf zum Reinschnuppern. Weiter geht’s mit dem VO2-Trail (19 km, 750 m+) und schließlich dem Trail des Troubadours (13 km, 580 m+)

Geschafft, jetzt sind wir durch. Nein, ein Lauf für Kinder darf natürlich auch nicht fehlen, ebenso wenig wie eine Ausstellung von Ausrüstern rund rund um den Traillauf.

Allerdings muss ich hinzufügen, dass für 2014 die meisten Läufe bereits ausgebucht sind, die zunehmende Popularität aller Landschaftsläufe macht immer frühere Einschreibungen erforderlich.

Aktuelles (Stand 9. August):

Stand 9. August sind noch Einschreibungen für den “langen Kanten“ (L’Endurance Trail) möglich. Definitif voll sind der Hauptlauf (Grand Trail des Templiers), L’Integrale des Causses und der Monna Lisa Trail. Für die anderen kleineren Läufe habe ich keine Angaben.

Alle Infos: http://festivaldestempliers.blogspot.fr/ (französisch und englisch)

Ein „LIVE“-Erlebnisbericht folgt dann Ende Oktober, natürlich hier bei LaufenInFrankreich!

Festival des Templiers - Kalkfelsen ohne Ende

Festival des Templiers – Kalkfelsen ohne Ende