Marthon de Cheverny – Laufen mit Tim und Struppi

Tonnerre de Brest ! – Was hat jetzt der Marathon von Cheverny mit Tim und Struppi zu tun? Ganz einfach! Start des Marathons ist vor dem Schloss Moulinsart, pardon, natürlich vor dem Schloss von Cheverny, das dem belgischen Zeichner Hergé als Vorlage für sein Schloss Moulinsart diente, bekannt aus den Comics von Tintin, wie er im französischen heißt (und Struppi heißt übrigens Milou).

Alle Fans von Tim, Struppi, Kapitän Archibald Haddock, Professor Balduin Bienlein und allen anderen können diesen Marathon mit einem Besuch der Tintin-Ausstellung im Schloss verbinden.

Wer also noch auf der Suche nach einem Frühjahrsmarathon ist und dem Paris zu stressig ist (außerdem eh schon lange voll), der ist hier der Region Centre bestens aufgehoben. Wer vielleicht ein paar Tage länger bleiben möchte, dem empfehle ich die schöne Stadt Blois als Standort, um noch die Schlösser und Weine der Loire kennen zu lernen. Blois liegt südwestlich von Orléans etwa 180 km südlich von Paris in der Mitte Frankreichs.

Jetzt aber zum Lauf: Start ist der Schlosspark von Cheverny, um 9 Uhr geht’s los. Zuerst eine kleine Runde durch den Ort und dann zwei, großenteils identische Schleifen durch die Natur (viel Wald), davon etwa 80 % auf Asphalt und 20 % auf nicht geteerten Waldwegen. Die Laufstrecke ist relativ flach bzw. leicht wellig. Die einzige Schwierigkeit ist eher mentaler Natur: eine lange Gerade mit über 5 km wird vor allem in Runde zwei immer länger.

Ein Höhepunkt (km 23) ist die Passage einer fantastischen Allee am Schloss mit über 100-jährigen Zedern, danach geht’s nochmal am Marathondorf vorbei, der einzigen Stelle, an der mit einer nennenswerten Anzahl an Zuschauern zu rechnen ist. Ist halt nicht Paris.

Mille Millions de mille sabords ! Bei Kilometer 38 erwartet uns Kapitän Haddock höchstpersönlich mit einer Verpflegungsstelle der anderen Art: Es gibt (glücklicherweise) keinen Whisky von Loch Lomond, aber Weine aus dem Anbaugebiet von Cheverny begleitet von lokalen Käsespezialitäten. Wer also nicht die Sekunden zählen muss, kann hier kurz zuschlagen und Kraft für die letzten Kilometer tanken (alle anderen müssen eben ihr Power-Gel in sich hineinzwängen).

Insgesamt ein schöner, kleinerer und gut organisierter Marathon auf dem Land. Zahlreiche Begegnungen mit Figuren und Zitaten aus Tim und Struppi sorgen für Abwechslung. Nach dem Lauf trifft man sich im Marathondorf; außer einer Medaille gibt’s ein Funktionsshirt und eine Flasche Cheverny-Wein zur Erinnerung.

Teilnehmerzahl Marathon: ca.1.000 Läufer; alternativ können sich zwei Läufer die Marathonstrecke teilen (23 km und 19 km).

Selbst gelaufen 2011 in 3:50 h.

Termin: 7.April 2013; Anmeldung bis 16.03., Startgebühr 42 €; Pastaparty in der Orangerie des Schlosses 16 €

Tipp : Übernachtungsmöglichkeiten gibt es genügend in Blois, von dort ist man morgens schnell beim Start in Cheverny.

Alles weitere auf http://www.marathondecheverny.com

Marathon de Cheverny - der Veranstaltungsort Cour Cheverny

Marathon de Cheverny – der Veranstaltungsort Cour Cheverny

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Warum gibt’s vorab keine detaillierte Karte von meinem Lauf?

Ihr habt euch beim Lauf XY angemeldet (zum Beispiel bei den „Gendarmes“ – siehe letzter Artikel) und wollt vorher in Google Earth oder einem anderen Programm die genaue Strecke vorab anschauen und in Gedanken ablaufen?

Jetzt fragt Ihr Euch natürlich: „Warum ist die Strecke auf der Webseite des Veranstalters nicht zu finden?“ (betrifft vor allem Landschaftsläufe, also Raids und Trails)

Das hat nichts mit böser Absicht des Organisators zu tun, der Euch im Dunkeln lassen will: Viele Landschaftsläufe gehen manchmal auf mehr oder weniger langen Teilstücken über privates Gelände. In diesem Fall verbietet es die französische Rechtsprechung, dass der genaue Verlauf im Voraus von einem Laufveranstalter veröffentlicht wird. So einfach ist das. Deshalb gibt’s zur groben Orientierung nur Schemakarten, die aber keinen genauen Streckenverlauf erkennen lassen. Manchmal werden vor einem Lauf auch regelrechte Schneisen ins Gebüsch geschnitten oder einfach ein paar Markierungsfähnchen in eine Wiese gesteckt, die dann wegloses Gelände zur Laufstrecke werden lassen.

Würden Läufer zum Kennenlernen der Strecke über die von den Eigentümern zum Lauf freigegebenen Passagen rennen, bekäme der Veranstalter eine Menge Ärger und er würde die Genehmigung zur Durchführung von Folgeveranstaltungen riskieren.

Tipp: Ein wenig Recherche vor dem Lauf kann trotzdem nicht schaden, vor allem wenn man die Gegend gar nicht kennt. Rechnet vor allem damit, dass sich Trails und Raids nicht immer an Wege halten. Weglose Passagen über Wiesen, in Wäldern oder auch durch Bachläufe (ja, kein Spaß) gehören oft dazu.