No Finish Line Monaco – 24 Stunden, ein erster Versuch

No Finish Line Monaco – 24 Stunden, ein erster Versuch

Wie angekündigt, heute noch einmal ein Bericht zum No-Finish-Line-Lauf in Monaco.

Samstag, 23. November 2013, 9 Uhr: Der Startschuss fällt für circa 50 Läufer, die sich für den 24-Stundenlauf in eingeschrieben haben, darunter auch ich. Gleichzeitig drehen die 8-Tage-Läufe noch ihre Bahnen und wenige, die sich bei kaltem, grauem Wetter zum Frühsport für einige Runden eingefunden haben.

No Finish Line, Port Hercule, Monaco

No Finish Line – Blick über die Laufstrecke und das Hafenbecken zur Stadt

Laufen vor spektakulärer Kulisse

Spektakulär ist die Kulisse mit Blick über den Hafen hin zum Casino und der Hochhauskulisse von Monaco. Der Hafen selbst ist mit seinen Luxusjachten bis über 100 Meter Länge nicht weniger beeindruckend. Für uns Läufer geht es am Quai Prince Albert I entlang bis nach gut 650 Metern der Wendepunkt erreicht ist und auf gleicher Strecke wieder zurück geht. Kurz vor dem Anleger der Kreuzfahrtschiffe ist dann die Infrastruktur aufgebaut: Versorgungsstände, Anmeldecontainer, Zelt für Verpflegung und Massage und dazwischen die Wohnmobile und Zelte der 8-Tage-Läufer. Alles viel weniger spektakulär, die Verpflegung ist auch eher spartanisch.

No Finish Line, Port Hercule, Monaco

No Finish Line – Infrastruktur des Laufes – im Hintergrund der Anleger der Kreuzfahrtschiffe

Den Rhythmus finden

Zu Beginn heißt es erst einmal den Rhythmus finden, nur nicht zu schnell anfangen. Ich hatte mir vorgenommen, nicht schneller als 8 Km/h zu sein, also schön die Handbremse anziehen und sich nicht anstecken lassen von einigen Gruppen, die doch von Anfang an mächtig Gas geben.

Das Rundendrehen ist nicht so monoton wie gedacht. Dadurch, dass man sich immer wieder begegnet und auch immer wieder einige Zeit neben anderen Läufern herläuft, ist es doch recht abwechslungsreich, zumal auch immer wieder Läufer hinzukommen und andere wieder aufhören.

No Finish Line, Port Hercule, Monaco

No Finish Line – Pendelstrecke am Hafenbecken

Mein längster Rundenlauf waren bislang 6 Stunden (6 heures de Châteauroux), alle Läufe mit Laufzeiten darüber hinaus waren Straßenläufe und Trails, also nicht unbedingt vergleichbar.

15 Uhr: Mit 6 Stunden ist die erste Zeitmarke erreicht. Es ist nach wie vor kalt und grau, ideale Bedingungen also, wobei ein paar Grad mehr wären bei dem langsamen Tempo schon gar nicht schlecht… Bis hierher: Alles gut!

Akku leer

Das bleibt so bis etwa 10 Stunden rum sind. Dann merke ich doch, dass die Erkältung, die ich mir 12 Tage zuvor eingefangen habe, noch nachwirkt. Aber nachdem ja alles bereits lange im Vorfeld gebucht und reserviert war und ich lange und viel trainiert hatte, wollte ich natürlich nicht auf einen Start verzichten.

Auch Essen bringt nicht den erwünschten Energieschub und ich schleppe mich in Richtung 12-Stundenmarke. Gerade mal Halbzeit und schon ist der Akku leer! Mit dem Gedanken, weitere 12 Stunden mehr gehend als laufend am Hafen zu verbringen, konnte ich mich nicht so richtig anfreunden und habe daher nach 12 Stunden beschlossen, dass es für mich diesmal nur ein 12 Stundenlauf wird. Die Messung ist daher für mich bei 81,530 Kilometern stehen geblieben.

Auf zu neuen Zielen in 2014!

Jetzt ist erst mal ein bisschen reduziertes Training angesagt, bis es dann 2014 wieder losgeht. Es gibt noch viele spannende Läufe in Frankreich. Mehr darüber erfahrt ihr natürlich hier bei LaufeninFrankreich!

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No Finish Line 2013, Monaco – Laufen für einen guten Zweck

No Finish Line 2013, Monaco – Laufen für einen guten Zweck

Weihnachtszeit – Spendenzeit

Es geht auf Weihnachten zu, da gibt es wie jedes Jahr wieder Charity-Veranstaltungen, die helfen, all jenen zu helfen, die vom Leben nicht begünstigt wurden und/oder werden.

Einer dieser Events ist eine ganz besondere Laufveranstaltung im Fürstentum Monaco namens No Finish Line, veranstaltet von dem Verein Children & Future. Vieles daran fällt aus dem üblichen Rahmen, wir sind schließlich in Monaco:

Erstens die Zeitdauer: Ganze 8 (in Worten acht) Tage oder anders ausgedrückt 192 (einhundertzweiundneunzig) Stunden lang dauert der Lauf, 2013 vom 16. bis 23. November 2013.

Zweitens der Ort: Die Mole mitten im Port Hercule von Monaco, eingerahmt von alles andere als bescheidenen Luxusyachten und mit einer Streckenlänge von circa 1400 Metern. Abends und nachts mit Beleuchtung besonders schön!

No Finish Line, Port Hercule, Monaco

Im Vordergrund: der Verpflegungsstand auf dem Rundkurs – dahinter die Atlantis II und die Lady Moura, zwei Luxusyachten mit je über 100 Metern Länge

Drittens die Spendenbeträge: Das Ziel der Veranstalter für 2013 war eine Teilnehmerzahl von 10.000 Personen zu erreichen bei einer Gesamtlaufdistanz von 300.000 Kilometern. Bei dem Prinzip, dass jeder Kilometer von Sponsoren mit einem Euro „belohnt“ wird, sollte dieses Jahr die Spendensumme von 300.000 Euro erreicht werden (2012 waren es 8701 Teilnehmer und über 275.000 Euro). Das Ziel von 10.000 Teilnehmern wurde zwar erreicht, aber wetterbedingt kam nicht ganz so viel Geld zusammen, wie erhofft, immerhin jedoch stolze 265.000 Euro für Kinder in Not.

Port Hercule, Monaco

Immer am Hafenkai entlang – Pendelkurs im Port Hercule von Monaco

Das Prinzip ist einfach: Jeder kann teilnehmen und so viel beitragen, wie er möchte. Für eine Startgebühr von 12 Euro (plus 10 € Pfand für einen Chip zur Messung der gelaufenen Distanz) kann jeder so viele Runden drehen, wie er mag. Für Ausdauerathleten gibt es zwei weitere Teilnahme-Optionen: Eine Einschreibung für die gesamten acht Tage (einhundertzweiundneunzig Stunden!) oder am letzten Wochenende einen 24-Stunden-Lauf.

Casino de Monaco

Beim Lauf immer im Blick: Das berühmte Casino (hier von vorn, beim Lauf sieht man das Gebäude über das Hafenbecken von der anderen Seite)

Schirmherr ist Ihro Durchlaucht, Fürst Albert II.  höchstpersönlich. Seine Schwester, „Son Altesse Serenessime“, Prinzessin Stéphanie hat die Patenschaft. Außerdem gelang es den Veranstaltern und befreundeten Organisationen wie Peace & Sport oder Les Amis du Liban, auch dieses Jahr wieder, große Sportler zu einer Teilnahme von einigen Runden zu motivieren. So absolvierten unter anderem Marc Raquil (französischer 400-Meter-Läufer), Wilson Kipketer und Didier Deschamps ein paar Runden für die gute Sache.

Und dies sind die unterstützen Projekte:

– Operationen von bedürftigen Kindern mit Herzfehlern im Herzzentrum von Monaco

– Rugbyhaus in Dakar (Senegal)

– Wiedereingliederung von Kindern und Jugendlichen in Madagaskar

– Projekt für behinderte Kinder in Monaco

– Haus für Aidskranke Kinder und Jugendliche in Carpentras (Südostfrankreich)

Website: http://www.nofinishline.com/index.php

Mehr über den Lauf selbst und wie es mir in Monaco ergangen ist, demnächst hier bei LaufeninFrankreich!