Frankreichs großes Traillauf-Event: Das Festival des Templiers

Frankreichs großes Traillauf-Event: Das Festival des Templiers

24. bis 26. Oktober in Millau (Department Aveyron, Region Midi-Pyrénées)

Bei der Vorstellung der größten Trailläufe Frankreichs hatte ich am 25. Januar das Festival des Templiers auf Platz 1 genannt. Hier jetzt ein paar mehr Infos zu diesem Großereignis der französischen Natur-Laufsportszene.

Beim Festival des Templiers vom 24. bis 26. Oktober werden nicht weniger als 10 (!) Laufstrecken zur Auswahl stehen. Teilnahmestärkster Lauf ist der Grand Trail des Templiers mit etwa 2500 Startern und einer Distanz von 73 Kilometern auf denen 3400 positive Höhenmeter zu bewältigen sind.

So viele Höhenmeter? Aber wir sind doch gar nicht in den Alpen!

Wenn man oben auf den Hochplateaus steht, sieht die Landschaft eigentlich recht eben aus. Die mächtigen Kalksteine der „Causses“, so heißt diese Landschaft hier, bilden eine recht homogene und karge Hochfläche auf etwa 900 Meter Meereshöhe. Allerdings haben sich im Lauf der Jahrmillionen einige Flussläufe sehr tief in diese Plateaus eingeschnitten, allen voran der Tarn. So liegen die Talböden auf nur zirka 400-500 Metern und durch ein paar Auf- und Abstiege auf das bzw. vom Plateau kommen hier schnell viele Höhenmeter zusammen und das in der Regel auf sehr steilen Pfaden.

 

Festival des Templiers

Festival des Templiers 2014 – der Fluss Tarn ist tief in die Kalkplateaus der Causses eingeschnitten

Aber zurück zu unserem Lauf-Menu

Bei keiner anderen Trailveranstaltung gibt es wohl ein solch vielseitiges Angebot wie in Millau beim Festival des Templiers:

Für die Freunde der Langstrecke gibt es den Endurance Trail (100 km bei 4500 Höhenmetern). In 22 Stunden Sollzeit müssen nicht weniger als sieben große Anstiege vom Talboden auf die Plateaus bewältigt werden.

Allen Naturliebhabern und allen, die den großen Läufermassen auf den engen Wegen aus dem Weg gehen wollen, sei der Lauf „L’Integrale des Causses“ empfohlen; mit 61 Kilometern und 3500 Höhenmetern eine Mitteldistanz, bei der die Zahl der Starter auf 300Teilnehmer limitiert ist und daher ein ruhigeres Lauferlebnis, als beim Hauptlauf garantiert ist.

Kurzstreckenfans und Einsteiger werden sich eher für den „Trail du Viaduc de Millau“ entscheiden, der bei 24 Kilometern gerade einmal 600 Höhenmeter verspricht.

Damit nicht genug: der „Marathon des Causses“, der allerdings kein Marathon ist, sondern nur 37 Kilometer aufweist, bei allerdings 1700 Metern bergauf, ist eine weitere Option. Und damit nun wirklich jeder seinen passenden Lauf findet gibt es auch noch den Monna Lisa Trail (27 km, 1100 Höhenmeter), der auch nicht, wie der Name vermuten lässt, ein reiner Frauenlauf ist (Monna ist auch kein Schreibfehler von mir, sondern ein Ortsname). Der Frauenlauf ist „La Templière“, mit 8 Kilometern und 270 Höhenmetern, also wirklich ein Naturlauf zum Reinschnuppern. Weiter geht’s mit dem VO2-Trail (19 km, 750 m+) und schließlich dem Trail des Troubadours (13 km, 580 m+)

Geschafft, jetzt sind wir durch. Nein, ein Lauf für Kinder darf natürlich auch nicht fehlen, ebenso wenig wie eine Ausstellung von Ausrüstern rund rund um den Traillauf.

Allerdings muss ich hinzufügen, dass für 2014 die meisten Läufe bereits ausgebucht sind, die zunehmende Popularität aller Landschaftsläufe macht immer frühere Einschreibungen erforderlich.

Aktuelles (Stand 9. August):

Stand 9. August sind noch Einschreibungen für den “langen Kanten“ (L’Endurance Trail) möglich. Definitif voll sind der Hauptlauf (Grand Trail des Templiers), L’Integrale des Causses und der Monna Lisa Trail. Für die anderen kleineren Läufe habe ich keine Angaben.

Alle Infos: http://festivaldestempliers.blogspot.fr/ (französisch und englisch)

Ein „LIVE“-Erlebnisbericht folgt dann Ende Oktober, natürlich hier bei LaufenInFrankreich!

Festival des Templiers - Kalkfelsen ohne Ende

Festival des Templiers – Kalkfelsen ohne Ende

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50 oder 100 Kilometer an der Küste der Schönheit (Côte de Beauté)

50 oder 100 Kilometer an der Küste der Schönheit (Côte de Beauté)

Immer am Meer entlang

Wer gerne am Meer entlang läuft, dabei den Wellen zuhört, den Salzgeruch in der Luft mag und dabei auch noch dem Auge etwas gönnen möchte – der ist an der „Côte de Beauté“, also der Küste der Schönheit, bestens aufgehoben.

Etwas Kondition sollte man allerdings auch mitbringen, wenn man dies am 19. Oktober 2013 in Royan tun möchte, denn die beiden Strecken zur Wahl sind 50 und 100 Kilometer.

Der kleine, aber feine Lauf wird alle zwei Jahre in den ungeraden Jahren organisiert. Wer jetzt denkt, dass sich der Organisator in den geraden Jahren auf die faule Haut legt, irrt sich gewaltig. Dann wird in Royan zum gleichen Zeitpunkt Mitte Oktober ein 24 bzw. 48-Stundenlauf ausgetragen. Allerdings bekommt man dann von der schönen Küstenlandschaft nichts mit, da dieser Parcours ausschließlich im Stadion verläuft und um dieses herumführt.

Royan – eines der großen französischen Seebäder

Die Stadt Royan liegt in Südwestfrankreich an der Mündung der Gironde im Department Charente-Maritime etwa 100 Kilometer nördlich von Bordeaux. Die Schönheit des alten Badeortes lässt sich nur noch an den nördlichen Buchten im Stadtgebiet erahnen, an denen ein Hauch von Belle Epoque weht. Der Großteil der Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg komplett neu aufgebaut. Die von deutschen Truppen besetzte Stadt wurde nämlich durch einen britischen Luftangriff im Jahr 1945 völlig zerstört. Doch zurück zum Sport.

Pendelkurs am Meer

Start und Ziel des Laufes sind im städtischen Stadion, dann geht es auf kürzestem Weg zum Strand. Der 100 Kilometerlauf macht einen Bogen nach Süden bis St. Georges de Didonne, bevor es wieder zurück und weiter nach Norden geht, durch das Stadtgebiet mit seinen kleinen Badbuchten und am Casino vorbei (nein, hier kein Supermarkt dieses Namens, sondern ein richtiges Spielkasino). Durch die Nachbargemeinde Saint Palais geht es dann immer am Meer entlang an den typischen, auf Stelzen gebauten Fischerhütten vorbei in Richtung Phare de la Courbe (Leuchtturm) und weiter auf einem Radweg an der Côte Sauvage entlang bis zum Badeort Ronce-les-Bains. Hier ist der Wendepunkt, auf gleicher Strecke geht es wieder zurück. Die 50er Variante verzichtet auf den Abstecher nach Süden und hat ihren Wendepunkt schon ein Stück weit vor dem Leuchtturm de la Courbe.

Saint Palais sur Mer - Carrelets

Carrelets – die typischen Fischerhütten auf Stelzen bei St. Palais-sur-Mer

Saint Palais sur Mer - Carrelets

Carrelets – Fischen ohne nass zu werden

Saint Palais sur Mer - Carrelets

Carrelets – Ganz ähnliche Konstruktionen findet man übrigens auch in Italien wieder – an der Trabocchi-Küste südlich von Pescara

Einen guten Eindruck von der Strecke vermitteln die vielen Fotos auf der Seite des Veranstalters. Was sie allerdings verheimlichen, sind die vielen Anstiege, die es gerade im Stadtgebiet von Royan gibt. Ebenfalls welliger als vielleicht gedacht sind dann die Dünen zwischen St. Palais und dem Phare de la Courbe, in denen es auch ständig auf und ab geht. Auch eine kurze Passage (300 m) über den Strand unterbricht den Rhythmus. Die Strecke ist also kaum bestzeitenfähig, dafür entschädigen aber die vielen Ausblicke aufs Meer.

Streckenverlauf überwiegend auf Asphalt (Rad- und Fußwege), eine Strandpassage (300 m), kurze Abschnitte über ungeteerte Wege.

Phare de la Courbe

Leuchtturm (Phare) de la Courbe – auch die Aussicht von oben lohnt sich bei klarem Wetter

Bei schönem Wetter ist mit einem hohen Aufkommen an Ausflüglern auf den Wegen zu rechnen, was sich aber auf die Passagen im Stadtgebiet, um Parkplätze oder Ausflugsgaststätten beschränkt.

Côte Sauvage

Die Côte Sauvage, beliebt bei FKK-Fans. In diesem Abschnitt folgt der Lauf allerdings einem Fahrradweg etwas landeinwärts.

Praktische Infos

Die Anmeldung ist bis zum 13. Oktober möglich, also auch für Kurzentschlossene ist der Lauf geeignet. Für Einsteiger ist der Lauf ebenfalls eine gute Wahl, mit 15 Stunden ist der Zeitrahmen (100 Km) großzügig bemessen, das gilt ebenso für die 50 Kilometer, die auch Wanderern offensteht. Fahrradbegleitung ist möglich (1 Fahrrad pro Läufer). Der Startschuss fällt um 6 Uhr (100 km) bzw. 8.30 Uhr.

Selbst gelaufen 2009 (50 Km in 4:44) und 2011 (50 Km in 4:38).

Alle Infos: http://100km.iroyan.com/

Ausflugstipps ganz in der Nähe

Einen ganz anderen Eindruck von der Landschaft bekommt man an der landeinwärts gelegenen Seite der Arvert-Halbinsel, dem Binnenmeer entlang des Flusses Seudre. Hier lohnt ein Abstecher in den quirligen Fischerort La Tremblade oder in eins der schönsten Dörfer Frankreichs, Mornac-sur-Seudre. Im winzigen Hafen von Chatressac kann man Austern, Miesmuscheln und anderes Schalentier verkosten (La Cabane, Port de Chatressac; für Austernkenner: Wir sind hier im südlichen Bereich der Austernzuchten des Gebietes Marennes-Oléron).

Mornac-sur-Seudre

Im Hochsommer wird man die Gassen von Mornac-sur-Seudre nicht so leer vorfinden

Technikfans sei noch ein Ausflug nach Rochefort empfohlen. Dort gibt es die letzte Schwebefähre, die in Frankreich noch steht und in Betrieb ist. Mittels einer an Stahlseilen hängenden Plattform gelangt man über den Fluss Charente. Der sogenannte Pont Transbordeur ist heute allerdings Fußgängern und Radfahrern vorenthalten. Eine Fahrt in der historischen Konstruktion sollte man sich nicht entgehen lassen! (April bis November) http://www.pont-transbordeur.fr/

Pont Transbordeur Rochefort

Schwebefähre in Rochefort

Auf dem Weg dorthin kann man einen Abstecher nach Broue machen. In der heute verlandeten Meeresbucht trifft man im Sommer viele Störche und andere Tiere, die sich in dem Feuchtgebiet wohlfühlen. Am Tour de Broue (donjon) gibt es kleines Infozentrum und man hat einen guten Ausblick über den ehemalige Golfe de Saintonge.

Fotoreportage Teil 2 – Ultramarin – Raid Golf du Morbihan

Fotoreportage Teil 2 – Ultramarin – Raid Golf du Morbihan

Ultra und marin

Heute also Teil 2 der Fotoreportage vom Ultramarin – diesmal geht es um den kleinen Bruder, den RAID (87 km).

Start ist in Locmariaquer und gelaufen wird meist auf dem Küstenpfad des Golf du Morbihan im Uhrzeigersinn über Crac’h, Auray, Le Bono, Baden Larmor-Baden und Arradon nach Vannes. Start: Samstag, 29. Juni 2013,17 Uhr; Maximale Laufzeit: 19 Stunden; ca. 1000 Teilnehmer

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Noch 45 Minuten bis zum Start, das Fußballfeld von Locmariaquer bietet genug Platz für alle

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Pflichtausrüstung (Raid): Rucksack, Ausweis, Rettungsdecke, reflektierende Armbinde, Pfeife, Handy, Stirnlampe mit Ersatzbatterien, Elastoplast-Binde, Trinkvorrat 1,5 L, Nahrungsmittelreserve, Trinkbecher; zusätzlich Kontrollkarte und natürlich Startnummer

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Vor dem Start im Stadion von Locmariaquer

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Kurz vor dem Start in Locmariaquer – Gedränge im Vorderfeld, hinten lässt man/frau es ruhig angehen

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Nach dem Start am Stadion von Locmariaquer

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Nach 5 Kilometern geht es auf Singletrails – die Konsequenz bei 1000 Läufern am Start: STAU

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Die ersten Läufer erreichen Locmariaquer (Zentrum) nach etwa 5 Kilometern

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Auray – Le Goustan – Quai Benjamin Franklin

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Verpflegungsstand des Ultramarin in Auray – St. Goustan

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Le Bono – Eisenbrücke über den Rivière du Bono

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Sagte ich bereits: Laufen um eine der schönsten Buchten der Welt

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Manchmal wird der Weg auch sehr, sehr schmal (wer sich nicht traut, wird mit Umweg nicht unter 200 Metern bestraft)

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Der Golf von Morbihan – kurz vor Sonnenuntergang gegen 22 Uhr (es bleibt bis etwa 23 Uhr noch hell) – im Vordergrund eine rot/gelbe Markierung, die später dann im Licht der Stirnlampen stark reflektieren

Ziel in Vannes erreicht am frühen Sonntag Morgen nach 13 Stunden, 12 Minuten.

Von 990 Startern kamen 739 ins Ziel, der Sieger brauchte für die Strecke 7:14 Stunden; 64 Läufer blieben unter 10 Stunden.

Mit meiner Zeit bin ich auf Platz 437 des Gesamtklassements oder auf Platz 60 in meiner Altersklasse (von insgesamt 125).

Fotoreportage – L’Ultramarin – Grand Raid Golfe du Morbihan

Fotoreportage – L’Ultramarin – Grand Raid Golfe du Morbihan

Laufen um eine der schönsten Buchten der Welt

Vorgestellt habe ich diesen Lauf schon im Februar 2013, alle Details finden sich daher im Archiv.

Heute seien einige Impressionen der 9. Ausgabe vom 28. bis 30. Juni 2013 nachgereicht. 28. bis 30. Juni? Zur Erinnerung: der Weg um die Bucht ist ein weiter: 177 (in Worten: einhundertsiebenundsiebzig) Kilometer liegen zwischen Start und Ziel (Grand Raid)  – nonstop zurückzulegen in maximal 42 Stunden.

Von etwa 750 Läufern am Start in Vannes sind 2013 genau 411 Läufer dort wieder angekommen, ohne vorher aufgegeben zu haben. Meinen höchsten Respekt vor allen, die es geschafft haben.

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Hafenbecken in Vannes – Start des Grand Raid du Morbihan

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Startnummernausgabe in Vannes

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Um die Startnummernausgabe herum präsentieren sich Ausrüster, Sponsoren und Veranstalter

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Noch wenige Minuten bis zum Start

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Der Start – Freitag, 28. Juni, 19 Uhr

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

750 Läufer machen sich auf Weg – 411 von ihnen werden es ins Ziel an gleicher Stelle schaffen

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Neu im Jahr 2013: kleine Runde zum Aufwärmen (1,2 km) durch das Zentrum von Vannes vor dem eigentlichen Start

Gelaufen wir dann im Uhrzeigersinn um die Bucht herum, in der Regel auf dem „Sentier Côtier“, also dem Küstenweg oder besser Küstenpfad. Nach knapp 100 Kilometern wird dann der Ausgang der Bucht ins offene Meer mit Schlauchbooten überquert:

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Ständig kommen die Schlauchboote aus Arzon in Locmariaquer an

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Ankunft der Läufer in Locmariaquer – nach der Passage im Schlauchboot fällt es vielen Läufern schwer, wieder in Gang zu kommen

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Trotz Wärmeschutzfolien und Rettungswesten kühlt die Bootsfahrt die Läufer stark ab

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Locmariaquer – an dieser Stelle sind ca. 95 von 177 Kilometern absolviert

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Küstenweg in Locmariaquer – Die Läufer müssen sich den schmalen Weg mit Touristen und Wanderern teilen

l'Ultramarin -Raid du Golfe du Morbihan

Abendstimmung am Golf von Morbihan

Der erste Läufer ist nach 18 Stunden und gut 5 Minuten wieder ins Ziel gekommen, die meisten Läufer laufen bis weit in die Nacht von Samstag auf Sonntag hinein oder kommen nach einer zweiten Nacht ohne Schlaf erst am Sonntag ins Ziel.